Schweizer konsumieren nicht wenig Kokain
Spitzenposition für Schweizer Städte beim Kokainkonsum
publiziert: Montag, 6. Aug 2012 / 11:41 Uhr / aktualisiert: Montag, 6. Aug 2012 / 12:05 Uhr
In der Schweiz wird überdurchschnittlich viel Kokain konsumiert.
In der Schweiz wird überdurchschnittlich viel Kokain konsumiert.

Zürich - In Europa werden täglich rund 360 Kilogramm Kokain konsumiert. Die Schweizer Städte belegen beim Kokainkonsum im europäischen Vergleich eine Spitzenposition, wie der Vergleich von Abwasser-Analysen in 19 europäischen Grossstädten zeigt.

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Die Ergebnisse, die im Wissenschaftsmagazin «Science of the Total Environment» veröffentlicht wurden, wiesen den höchsten Kokainkonsum für Antwerpen und Amsterdam nach. Pro Tag und 1000 Einwohner werden in diesen beiden Städten durchschnittlich mehr als 1,5 Gramm Kokain konsumiert.

Im Mittelfeld liegen mit 0,5 bis 1 Gramm unter anderem Barcelona, London, Mailand und Paris. In den skandinavischen Städten wie Stockholm, Oslo oder Helsinki ist der Verbrauch dagegen sehr gering und liegt unter 0,15 Gramm pro Tag.

Schweiz nimmt Spitzenposition ein

Eine im vergangenen Jahr veröffentlichte Studie des Eidgenössischen Wasserforschungsinstituts Eawag und der Universität Bern über Kokain im Abwasser der Städte Bern, Genf, Luzern und Zürich ergab ähnliche Werte wie in den europäischen Städten mit dem höchsten Konsum.

Laut Eawag beruhen die Resultate auf Messungen an einzelnen Tagen im Jahr 2009. Dabei sei die Belastung an Wochenenden und während bestimmter Anlässe wie der Zürcher Streetparade oder Musikfestivals zwei- bis viermal so hoch gewesen wie an anderen Tagen.

Im laufenden Jahr beteiligen sich Schweizer Forschende an der nächsten internationalen Abwasser-Messkampagne. Neben Basel, Bern, Genf, St. Gallen und Zürich würden viele weitere europäische und amerikanische Städte in die Untersuchung einbezogen, heisst es in der Mitteilung.

Die Eawag interessiert vor allem das Vorkommen von Spurenstoffen wie beispielsweise Arzneimittel und Haushaltchemikalien im Abwasser. Daraus liessen sich neue Erkenntnisse gewinnen, um Mikroverunreinigungen in den Gewässern zu verringern.

(laz/sda)

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