Srebenica: Familien verklagen Niederlande
publiziert: Dienstag, 5. Jun 2007 / 00:32 Uhr

Den Haag - Die Angehörigen der Opfer des Massakers von Srebenica haben in Den Haag eine Sammelklage gegen die Niederlande und die UNO eingereicht.

Die Srebenica-Tragödie, dargestellt von Michelle Rogers.
Die Srebenica-Tragödie, dargestellt von Michelle Rogers.
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Diese seien dafür verantwortlich, dass der Massenmord an etwa 8000 Muslimen durch bosnisch-serbische Einheiten habe geschehen können, erklärten die Anwälte der Familien. Rund 200 Frauen, alle Angehörige der Opfer, versammelten sich vor dem Büro des Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende und überreichten die Klagepapiere.

«Ich habe zwölf Jahre auf diesen Moment gewartet», sagte Munera Subasic, Vorsitzende der Organisation «Mütter von Srebenica». Sie hoffe nun auf ein zügiges Verfahren. Die Frauen hielten Plakate in die Höhe, auf denen die Namen der Opfer standen.

Insgesamt haben sich rund 6000 Angehörige zusammengetan, um Wiedergutmachung für die Tragödie zu fordern. Ihre Klage gründet auf dem Vorwurf, die niederländischen UNO-Streitkräfte hätten die ostbosnische Stadt während des Kriegs von 1992 bis 1995 nicht ausreichend gesichert.

Unzureichende Luftunterstützung

Sie waren nur leicht bewaffnet und hatten unzureichende Luftunterstützung bekommen. Diese sei dann vom niederländischen Militär kurz vor dem Fall der Stadt zurückgerufen worden, sagten die Anwälte der Kläger.

Grund sei die Befürchtung gewesen, niederländische Soldaten könnten von der eigenen Luftwaffe getroffen werden. Der UNO sei vorzuwerfen, die niederländischen Befehlshaber nicht daran gehindert zu haben, die Luftunterstützung abzubrechen.

Im Juli 1995 mussten sich die UNO-Soldaten aus Srebrenica zurückziehen. Bosnisch-serbische Truppen marschierten in die Stadt ein, etwa 8000 muslimische Männer und Jungen wurden getötet.

(ht/sda)

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