St. Galler Fussballfans verurteilt
publiziert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 16:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 30. Nov 2006 / 17:20 Uhr

La Chaux-de-Fonds - Das Polizeigericht La Chaux-de-Fonds hat fünf St. Galler Fussballfans wegen Landfriedensbruch zu bedingten Gefängnisstrafen verurteilt. Das Gericht erhofft sich vom Urteil eine präventive Wirkung.

Der Richter begründete das Urteil mit einem Präventions-Bedürfnis. (Archivbild)
Der Richter begründete das Urteil mit einem Präventions-Bedürfnis. (Archivbild)
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In einem der seltenen Schweizer Urteile gegen Hooligans wurden die fünf Angeklagten zu je 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Die Strafe wird während drei Jahren zur Bewährung ausgesetzt. Ausserdem muss ein Angeklagter eine Busse von 800 Franken bezahlen. Für die anderen beläuft sich die Busse auf 500 Franken.

Die fünf Männer waren am 11. September 2005 mit anderen Hooligans in La Chaux-de-Fonds NE unterwegs. Sie hatten das Spiel Neuchâtel Xamax - FC St. Gallen besucht. Auf dem Weg zwischen dem Stadion und dem Bahnhof kam es zu Ausschreitungen.

Steine in Jackentaschen

Obwohl bei den Männern in den Jackentaschen Steine entdeckt wurden, konnten ihnen keine Gewaltakte nachgewiesen werden. Deshalb blieb es bei einer Verurteilung wegen Landfriedensbruch. «Die Angeklagten haben aber das Risiko auf sich genommen, sich einer Gruppe gewaltbereiter Personen anzuschliessen», hielt das Gericht fest.

Wie der Richter weiter schreibt, entspricht das Urteil einem Präventions-Bedürfnis. Bislang gebe sei es in der Schweiz in solchen Fällen nur selten zu einem Prozess gekommen. Das könnte sich künftig ändern, mutmasst das Gericht: Im Hinblick auf die Fussball- Europameisterschaft EURO 08 müsse der Hooliganismus in die Schranken gewiesen werden.

Prozess wegen Rekurs

Das Hauptproblem sieht der Richter bei der Identifizierung der Täter. In der Schweiz seien die Untersuchungsbeamten und die Gerichte für die Verfolgung solcher Delikte nur schlecht gerüstet. Die Videoüberwachung sei eines der wenigen effizienten Instrumente.

Zum Prozess war es nur gekommen, weil die fünf Männer gegen ein Urteil der Staatsanwaltschaft rekurriert hatten. Sie waren zusammen mit zwölf anderen St. Galler-Hooligans zu Bussen und bedingten Gefängnisstrafen verurteilt worden.

(ht/sda)

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