St. Galler Riklin-Zwillinge retten Fliegen in Deppendorf
publiziert: Montag, 27. Aug 2012 / 18:39 Uhr / aktualisiert: Montag, 27. Aug 2012 / 19:29 Uhr
Frank und Patrik Riklin.
Frank und Patrik Riklin.

St. Gallen - Mit ihrer neusten Aktion «Fliegen retten in Deppendorf» wollen die St. Galler Künstler-Zwillinge Frank und Patrik Riklin (39) die Idee der Insekten-Bekämpfung auf den Kopf stellen. Am Anfang stand der Auftrag einer deutschen Firma, die mit Insektiziden handelt.

2 Meldungen im Zusammenhang
Frank und Patrik Riklin sollten die Markteinführung einer neuen Fliegenfalle begleiten. Weil die beiden St. Galler diese Idee aber «nicht so sympathisch» fanden, wie Frank Riklin am Montag erklärte, drehten sie den Spiess um. Statt Insekten zu killen, sollen jetzt Fliegen gerettet werden.

Die Kunstaktion, die am kommenden Samstag in Deppendorf bei Bielefeld stattfindet, sei nur scheinbar absurd, wird das Vorhaben in einem Communiqué der Künstler-Zwillinge beschrieben. Frank und Patrik Riklin erwarten, dass einige hundert Personen bei der Aktion mitmachen.

Sie sollen zwischen 9 Uhr und 19 Uhr möglichst viele Fliegen einfangen und in einem artgerechten Glaskasten in einem Festzelt abliefern. Höhepunkt ist die Verlosung eines Wellness-Ausflugs nach Oberbayern für zwei Fliegenretter und eine Fliege.

Kein Scherz

Das Ganze sei kein Scherz, versicherten die beiden Künstler der Nachrichtenagentur sda. Dass sie für ihre Aktion das kleine Dorf Deppendorf gefunden hätten, sei «ein glücklicher Zufall». Sie hätten nicht die Absicht, irgend jemanden zu verulken.

Die beiden St. Galler Künstler sind für unkonventionelle Ideen bekannt. So eröffneten sie Mitte 2009 in einem Zivilschutz-Bunker in Teufen AR ein «Null-Stern-Hotel». Dort lernten sie auch den Inhaber der Insektenbekämpfungs-Firma kennen, wie Frank Riklin erklärte.

So kam es zur Zusammenarbeit mit dem Unternehmer beim «Fliegen retten in Deppendorf». Die Firma lasse sich das Ganze gegen 100'000 Euro kosten. Mit der Aktion wollen Frank und Patrik Riklin «das zwiespältige Verhältnis zwischen dem Menschen und den Insekten» thematisieren.

Kunst, wo niemand sie erwartet

Die Künstler wollen die Aktion auf Video dokumentieren und damit zeigen, welches Potenzial Kunst hat, «wenn man sie dort platziert, wo sie niemand erwartet», wie Patrik Riklin sagt.

Die beiden Zwillinge führen seit 1999 in St. Gallen ihr «Atelier für Sonderaufgaben». Zuletzt veranstalteten sie eine Vortragsreihe, in der sie über die Rolle des Künstlers in der Gesellschaft sprachen. Das Fliegen-Projekt ist laut Riklin die praktische Umsetzung der vorgetragenen Ideen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Teufen AR - Das «Null-Stern-Hotel» der St. Galler Künstler Patrik und Frank Riklin in einem Zivilschutz-Bunker in Teufen AR ... mehr lesen 3
Das «Null-Stern-Hotel» der Riklin-Brüder schliesst per sofort.
Mels SG - Die Bevölkerung der Gemeinde Mels im Sarganserland will vom Projekt «Denkpause» der St. Galler Künstler Frank und Patrik Riklin nichts wissen. Die Idee, einen Monat lang jeweils zehn Minuten pro Tag den Strom zu kappen, erlitt in Mels eine herbe Abfuhr. mehr lesen  2
Claude Monet «Abendliche Landschaft».
Claude Monet «Abendliche Landschaft».
Kunstfund  Bern - Bei dem Monet-Gemälde, das Monate nach dem Tod des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt in dessen Koffer gefunden wurde, handelt es sich um das Bild «Abendliche Landschaft». Die Taskforce Schwabinger Kunstfund bestätigte einen Bericht der «Bild»-Zeitung. 
Tritt das Kunstmuseum das millionenschwere Erbe an?
Gurlitt-Erbe: Kunstmuseum entscheidet Ende November Bern - Das Kunstmuseum Bern will am 26. November über den Gurlitt-Nachlass entscheiden. Der Stiftungsrat werde dann ...
«Monet» im Koffer: weiteres Bild der Sammlung Gurlitt aufgetaucht Bern - In einem Koffer ist eine weiteres Bild des ...
Weitere Kunstwerke in Gurlitts Wohnung gefunden München - Bei der Auflösung von Cornelius Gurlitts Schwabinger Wohnung ...
Neu im Kino  Wer war HR Giger? Ein Film von Belinda Sallin über die Welt des kürzlich verstorbenen Schweizer ...  
Aus für umstrittenes Kunstwerk  Paris - Eine eigenwillige grüne Tannenbaum-Skulptur auf dem eleganten Pariser Vendôme-Platz hat sich nur zwei Tage gehalten: Vandalen liessen dem 24 Meter hohen, aufblasbaren Werk des US-Künstlers Paul McCarthy am Samstag die Luft ausgehen. Es wird nicht wieder aufgerichtet.  
Titel Forum Teaser
art-tv.ch TanzPlan Ost: Auftakt Tournee 2014 Ein Tanzfestival auf Tournee, das regionalen Kompanien ...
Felix Steinbild
news.ch hört sich jede Woche für Sie die interessantesten neuen CDs an und stellt sie Ihnen hier ausführlich vor.


Online hören

Play
PlayerEQ
Mit Flash Player hören
Mit dem eigenen Player hören

Jetzt läuft

timer

Letzte 10 Titel

timer
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 1°C 3°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 2°C 4°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 2°C 4°C bedeckt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Bern 6°C 8°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 5°C 7°C bedeckt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 6°C 10°C bewölkt, Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 14°C 17°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten