
Die Berner «Landeskirchen» berufen sich auf 200 Jahre alte Vereinbarungen und verkennen dabei, dass gesellschaftlichen Praktiken sich verändern und auch aufgegeben werden können.
1804 hatten die Berner Reformierten beschlossen, das Einkommen ihrer Prediger durch den Staat garantieren zu lassen und dafür auf ihre Pfründe zu verzichten. Es folgte eine einvernehmliche Übernahme der Kirchengüter durch den Kanton - so einvernehmlich, dass niemand daran dachte, den Vorgang zu dokumentieren. Kurz darauf wurde den Katholischen und später auch den Christkatholischen das gleiche Recht gewährt, ohne dass Kirchengüter verstaatlicht wurden. Die vereinigten «Landeskirchen» - Spezialisten für «ewige Wahrheiten» - beharren nun im Jahr 2012 darauf, dass die Regelung von 1804 für alle Ewigkeit zu gelten habe, weil mangels Dokumente der Geldwert der verstaatlichten Kirchengüter nicht mehr eruiert und die Kirchen demzufolge nicht entschädigt werden könnten. Nur die Traditionalisten unter den Berner Grossrätinnen und Grossräten dürften diese Argumente übernehmen. Aufgeklärte Geister hingegen verstehen, dass Traditionen eines Tages überwunden und zu Gunsten von adäquateren, faireren Regelungen aufgegeben werden müssen.
Geradezu beschämend ist die Argumentation der «Landeskirchen», «der Kanton Bern fahre finanziell viel besser, wenn er weiterhin für die Pfarrlöhne aufkomme», und «finanzpolitisch wäre ein solcher Systemwechsel abenteuerlich». Offensichtlich wissen sie, dass dem Grossen Rat nicht mit frommen Sprüchen beizukommen ist, sondern nur mit finanzpolitischen Drohszenarien.
Kein Wort in der «landeskirchlichen» Medienmitteilung zur staatlichen Gehilfenschaft bei der Ausübung der Besteuerungsrechte der Kirchen gegenüber den Privaten und - höchst umstritten - auch den Firmen, den neu erschlossenen Pfründen des 20. Jahrhunderts. Kein Wort auch zu den stetig sinkenden Mitgliederzahlen, welche die Legitimation insbesondere der Reformierten vermindert. Und kein Wort zum damit verbundenen Rückgang der Kirchensteuererträge, der sie derzeit zu finanziellen und personellen Einsparungen zwingt.
Kein Wort interessanterweise auch über die Leistungen der Kirchen, welche die Reformierten auf ihrer Webseite etwa beschreiben mit Phrasen wie: «unterstützt den Staat in seiner Aufgabe, für Recht und Frieden zu sorgen», «erinnert ihn an die Grenzen, die ihm, wie jeder menschlichen Ordnung, durch Gottes Reich und durch das an Gottes Wort gebundene Gewissen gesetzt sind», «verantwortlich für Verkündigung, Seelsorge etc. in den öffentlichen Institutionen wie Schule, Universität, Spitälern, Heimen, Untersuchungsgefängnissen und Strafanstalten und der Armee». In der Debatte bemühen kirchennahe Kreise dafür gebetsmühlenartig Mythen, etwa die Behauptung, die Kirchen würden für die Allgemeinheit unbezahlbare Dienste anbieten, weil sie über ein Heer von motivierten Freiwilligen verfügten.
Abgesehen von der immer noch offenen Frage, wie gross der Bedarf der Allgemeinheit für diese Dienste ist, offensichtlich ist jedenfalls, dass immer mehr Kirchgemeinden schon Mühe bekunden, genügend Kirchgemeinderäte zu finden - die aktivierbare Basis schrumpft, sie ist überaltert und stirbt weg; und die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger - auch der Kirchenmitglieder - hat heutzutage ein distanziertes Verhältnis insbesondere zur institutionalisierten Religion.
Gewichtige Unterstützung erhalten die Kirchen allerdings noch von der Verwaltung: Die «Kirchendirektion» des Kantons Bern, wo laut Organigramm vier Personen allein damit beschäftigt sind, «kirchlichen Angelegenheiten» zu bearbeiten, will den morschen Ast, auf dem sie sitzt, auch nicht absägen.
Das überholte Berner Kirchenfinanzierungsmodell wird nur noch durch das Waadtländer Modell übertroffen, wo die Reformierten und Katholischen gänzlich am Staatssteuertropf hängen. Beide Finanzierungsmodelle sind eines säkularen Staates nicht würdig - sie haben ihr Verfalldatum überschritten.
(Reta Caspar/news.ch)
00:22
Elefanten in Lyon dürfen Leben ... fürstlich00:16
Neue Technik für Irans Atomprogramm00:01
Saab wirbt für Gripen-Kauf00:00
VORSTADT SOUNDS FESTIVAL00:00
16 Jahre für Mord an Ehefrau23:53
Solar Impulse zu zweiter US-Etappe gestartet23:48
Gebirgskantone bedauern Bundesgerichtsurteil23:46
Tessin fürchtet Verzögerung in Italien23:43
Katy Perry: Religiöse Eltern gehen zu weit23:28
Austria Wien zum 24. Mal Meister- Letzte Meldungen
- Freie Stellen aus der Berufsgruppe Psychologie, Psychiatrie
- Fachpsychologin / einen Fachpsychologen für Psychotherapie FSP als Bereichsleitung Fachtherapeutisch
Die Privatklinik Wyss AG ist eine anerkannte Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie und... Weiter - Nachtwache 100%
Es erwartet Sie eine verantwortungsvolle Tätigkeit in einer Institution, die sich stetig weiter... Weiter - Pflegefachperson für Tages- und Nachtklinik
Es erwartet Sie modernste Infrastruktur , helle und freundliche Räumlichkeiten, ein besonders... Weiter - Physiotherapeut/in
Ihr Profil: Diplomabschluss in Physiotherapie Berufserfahrung in der Schweiz Ein hohes Mass an... Weiter - Leitender Psychologe (w/m)
Für ein regionales Ambulatorium des Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienstes (KJPD) suchen wir... Weiter - Assistenzpsychologin / Assistenzpsychologen (PG-Stelle, befristet auf 1 Jahr, 80-100%)
Ihre Aufgaben Das Aufgabengebiet umfasst die supervidierte Diagnostik und psychotherapeutische... Weiter - Dipl. Pflegefachperson 80 - 100%
Sie sind verantwortlich für die anspruchsvolle und individuelle Pflege und Betreuung der... Weiter - Betreuer/in (40%)
Die Heimstätte Bärau ist eine führende, moderne Institution im Bereich Behinderten-,... Weiter - Dipl. Pflegefachfrau / -mann HF
Die Spitäler Schaffhausen umfassen das Kantonsspital, das Pflegezentrum sowie das... Weiter - Dipl. Pflegefachfrau/-mann HF 50 - 60%
Ihre Aufgaben Sie begleiten die Patientinnen und Patienten fachlich kompetent während ihrem... Weiter - Über 20'000 weitere freie Stellen aus allen Berufsgruppen und Fachbereichen.

Internetpräsenz aufbauen?
www.finanzierung.ch www.reformierten.org www.uebernahme.com www.vereinbarungen.ch www.aufgeklaerte.org www.einsparungen.com www.verfalldatum.ch www.kirchenfinanzierung.org www.medienmitteilung.com www.drohszenarien.ch www.strafanstalten.org
Registrieren Sie jetzt komfortabel attraktive Domainnamen!

- Saab wirbt für Gripen-Kauf
- Gebirgskantone bedauern Bundesgerichtsurteil
- Grünes Licht für «Campus Biotech»
- Neue Bodenstation für GPS-Anflüge in Zürich
- Bernanke treibt SMI auf neues Mehrjahreshoch
- Michael Piepers Artemis-Beteiligungen steigern Umsatz deutlich
- Noch keine Straffung der US-Geldpolitik
- Weitere Wirtschaftsmeldungen
- Solar Impulse zu zweiter US-Etappe gestartet
- Solarboot bricht eigenen Rekord
- Telekomkonzerne rufen zum Stromsparen auf
- Markt für nachhaltige Anlagen legt um 15 Prozent zu
- Sonnenenergie-Forscher entdecken Quantenmechanik
- «Drop Air» integriert effektive Pflanze in Luftfilter
- Piccards «Solar Impulse» ist zum Überflug der USA gestartet
- Letzte Meldungen
- Seminare zum Thema Ethik, Religion / Glaube, Spiritualität
- Grundlagen der Ritualgestaltung
- Zu den drei Jungfrauen wallfahren
- Sagenumwobene Bäume
- Was ist Religion?
- Schamanische Reisen & Rituale
- Ethik: Grundlagen
- Intuitives Malen und Zeichnen
- Leadership für Frauen - LEX for Ladies 1 - Mission
- Ehrfurcht vor dem Leben
- Medienethik
- Weitere Seminare






























