Bundesrat für mehr aber kürzere Staatsbesuche
Staatsbesuche mit weniger Pomp und dafür mehr Hand und Fuss
publiziert: Mittwoch, 5. Apr 2000 / 16:58 Uhr

Bern - In der Schweiz sollen künftig mehrere Staatsbesuche im Jahr möglich sein. Mit Rücksicht auf die vielen internationalen Verpflichtungen der Staatsoberhäupter will der Bundesrat die Besuche aber in der Regel von drei auf zwei Tage verkürzen.

Heute geht das Protokoll von einem einzigen Staatsbesuch pro Jahr aus. Nach Auskunft von Vizekanzler Achille Casanova sieht der Bundesrat keinen Grund, an dieser Beschränkung festzuhalten. Bereits 1999 wurden mit Jiang Zemin aus China und Jorge Sampaio aus Portugal zwei Staatschefs empfangen.
Auch im laufenden Jahr sind bereits zwei Staatsbesuche geplant. Im Mai wird der deutsche Bundespräsident Johannes Rau in der Schweiz erwartet. Wer der zweite Staatsgast sein wird, gab Casanova aus diplomatischen Gründen nicht bekannt.
An der heutigen Form des protokollarischen und offiziellen Teils der Besuche hält der Bundesrat grundsätzlich fest: Der hohe Gast wird mit militärischen Ehren auf dem Bundesplatz empfangen und anschliessend vom Bundesrat in corpore willkommen geheissen. Die Ehrenkompanie tritt im Kampfanzug mit Sturmgewehr und Béret (statt Helm) an.
Der Bundesrat messe den Staatsbesuchen grosse Bedeutung bei, sagte Casanova nach der Aussprache im Kollegium vor den Medien. Die Schweiz erhalte eine ausgezeichnete Gelegenheit, ihre Beziehungen zum Staat des Gastes pflegen. Dank dem grossen Medieninteresse könne sie zudem ihre Präsenz auf internationaler Ebene verstärken.

(sda)

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