Stadler tötete sich mit Ordonanzpistole
publiziert: Donnerstag, 4. Mai 2006 / 16:45 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 4. Mai 2006 / 20:55 Uhr

Sitten - Der am Mittwoch tot aufgefundene Gerold Stadler hat sich selbst mit seiner Ordonanzpistole getötet.

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Die Polizei bestätigte die Vermutung, dass der mutmassliche Mörder der Ex-Skirennfahrerin Corinne Rey- Bellet und ihres Bruders Selbstmord beging.

Die Einwirkung Dritter könne ausgeschlossen werden, sagte der Sprecher der Kantonspolizei Waadt, Jean-Christophe Saueterel, vor den Medien in Lausanne. Der Ehemann von Corinne Rey-Bellet habe sich mit seiner Ordonnanzpistole eine Kugel in die rechte Schläfe geschossen. Er sei sofort tot gewesen.

Die ersten Erkenntnisse der Gereichtsmediziner zeigten, dass der Tod mindestens 36 Stunden vor dem Auffinden der Leiche eingetreten sei. Stadler sei also mindestens seit Dienstagmittag tot. Gefunden wurde die Leiche von einem Spaziergänger am Mittwochabend um 20.15 Uhr.

Aufregung am Mittwoch

Der Fundort ist eine Waldlichtung, die 700 Meter vom Ort Huémoz entfernt liegt, wo am frühen Montagmorgen nach dem Drama bei den Rey- Bellets Stadlers Auto gefunden worden war. Damit ist ausgeschlossen, dass Stadler etwas mit den Schüssen zu tun habe, die am Mittwochnachmittag die Medien und die Polizei in Aufregung versetzt hatten.

Anwohner und auch ein Dorfpolizist hatten am Mittwoch um 15.10 Uhr im Weiler Panex VD vier Schüsse gehört. Da Panex nur vier Kilometer Luftdistanz von Huémoz entfernt liegt, war ein Zusammenhang vermutet worden. Wer diese Schüsse abgegeben hat, sei nach wie vor unbekannt. Dazu laufe eine separate Untersuchung, sagte Sauterel.

Wunsch nach würdiger Trauerfeier

Das Auffinden der Leiche von Gerold Stadler hat im Val d´Illiez Erleichterung ausgelöst. Es war befürchtet worden, Stadler könnte bei den Trauerfeierlichkeiten für Corinne Rey-Bellet und ihren Bruder zu einer Gefahr für die Überlebenden werden.

Man habe bei der Vorbereitung der Trauerfeierlichkeiten die Möglichkeit ins Auge fassen müssen, dass der Ehemann von Corinne Rey- Bellet und mutmassliche Todesschütze seinem kleinen Sohn und dem Schwiegervater etwas antun könnte. Deshalb sei man nun erleichtert, sagte Gemeindepräsident Philippe Es-Borrat.

«Jetzt können wir uns auf das Wesentliche konzentrieren, auf Corinne und Alain, und müssen nicht mehr an Stadler denken», sagte Es-Borrat weiter; er ist Angehöriger der Familie Rey-Bellet.

(ht/sda)

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