Warnung des Arbeitgeberpräsidenten
Stämpfli kritisiert SVP-Initiative
publiziert: Freitag, 1. Jul 2011 / 14:49 Uhr / aktualisiert: Freitag, 1. Jul 2011 / 17:08 Uhr
Rudolf Stämpfli zog eine positive Bilanz der letzten acht Jahre.
Rudolf Stämpfli zog eine positive Bilanz der letzten acht Jahre.

Zürich - Der abtretende Arbeitgeberpräsident Rudolf Stämpfli hat am Freitag scharfe Kritik an der SVP und ihrer Zuwanderungs-Initiative geübt. Mit der Initiative werde die wichtigste Standortstärkung der letzten 20 Jahre in Frage gestellt, sagte er am Arbeitgebertag in Zürich.

3 Meldungen im Zusammenhang
In seiner letzten Rede als Arbeitgeberpräsident zog Stämpfli eine positive Bilanz der letzten acht Jahre. Die Schweizer Wirtschaft habe eine «Renaissance» erlebt und stehe heute im internationalen Vergleich gut da, auch wenn die Frankenstärke derzeit die Exportwirtschaft belaste.

Als wichtigste Faktoren für die positive Entwicklung nannte er die wettbewerbsorientierte Wachstumspolitik, das disziplinierte Finanzgebaren der öffentlichen Hand, die Marktöffnung zur EU und insbesondere auch die Personenfreizügigkeit.

Letztere dürfe auf keinen Fall aufs Spiel gesetzt werden, betonte Stämpfli. Er warf den Gegnern vor, den Nutzen der Personenfreizügigkeit zu bagatellisieren und vorab von negativen Begleiterscheinungen zu sprechen. Das mache eine sachliche Diskussion schwierig.

Bilaterale I stehen auf dem Spiel

Die Behauptungen, die Personenfreizügigkeit führe zu Lohndruck, Verdrängungseffekten oder zum Missbrauch der Sozialwerke seien längst widerlegt. Die Lücken auf dem Schweizer Arbeitsmarkt könnten nur dank Personenfreizügigkeit und einer selektiven Rekrutierung von Arbeitskräften in so genannten Drittstaaten gefüllt werden.

Die Behauptung der Verantwortlichen der Zuwanderungs-Initiative, sie wollten das Freizügigkeitsabkommen mit der EU nicht kündigen, sondern nur anpassen, bezeichnete Stämpfli als «Augenwischerei». Die Initianten nähmen die Kündigung des Freizügigkeitsabkommens in Kauf und setzten damit gleich die ganzen Bilateralen I aufs Spiel.

Stämpfli warnte die Gegner der Personenfreizügigkeit, die Öffnung des Arbeitsmarktes mit der Forderung nach Zulassungsregeln in Frage zu stellen. «Die Rückkehr zur Kontingentierung wäre eine Rückkehr zu mehr Bürokratie und zu einer erhöhten Entscheidungsunsicherheit sowohl für Unternehmen als auch für ausländische Arbeitskräfte.»

(fkl/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - In den Führungsetagen der Westschweizer KMU sind 57 Prozent der Chefs der Zuwanderungs-Initiative der SVP ... mehr lesen 1
Kleinunternehmen sind anfälliger für die negativen Folgen der Personenfreizügigkeit.
Toni Brunner mit Geissbock Zottel an der SVP-Delegiertenversammlung.
Einsiedeln SZ - Nach Ansicht der SVP wandern zu viele und die falschen Ausländer ... mehr lesen 4
Interlaken - Bundesrat Johann Schneider-Ammann hat neue Anstrengungen im Kampf gegen den Fachkräftemangel ... mehr lesen
Bundesrat Johann Schneider-Ammann.
Die Zustimmung zur Pro-Service-public-Initiative ist gesunken.
Die Zustimmung zur Pro-Service-public-Initiative ist gesunken.
Zustimmung bröckelt  Bern - Bei der Pro-Service-public-Initiative, die von Bundesrat und allen Parteien im Parlament bekämpft wird, zeichnet sich ein offenes Rennen ab. Laut der zweiten SRG-Trendumfrage ist die Zustimmung allerdings gesunken. 
Zustimmung zur Pro-Service-public-Initiative bröckelt Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch ...
Mehr Bürger als noch im April lehnen die Pro-Service-public-Initiative ab.
Bundesrat beschliesst Sparmassnahmen Bern - Der Bundesrat hält trotz Kritik in der Vernehmlassung an umfangreichen Sparmassnahmen fest. Punktuell hat er ...
Das Sparprogramm wird laut dem Bundesrat für die Schuldenbremse nicht ausreichen. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 10°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Basel 9°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
St. Gallen 11°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Bern 8°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
Luzern 12°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen vereinzelte Gewitter
Genf 9°C 21°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 13°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten