Ständerat will Sterbehilfe nicht neu regeln
publiziert: Mittwoch, 21. Dez 2011 / 10:32 Uhr
Der Ständerat will das Selbstbestimmungsrecht von Sterbewilligen hochhalten.
Der Ständerat will das Selbstbestimmungsrecht von Sterbewilligen hochhalten.

Bern - Bei der Sterbehilfe schliesst sich der Ständerat dem Bundesrat an: Die kleine Kammer will ebenfalls auf eine neue Regelung für die passive Sterbehilfe verzichten. Das geltende Recht hält der Rat für ausreichend.

8 Meldungen im Zusammenhang
Zu beraten hatte der Ständerat am Mittwoch über zwei Standesinitiativen, die schärfere Regelungen der Sterbehilfe durch Organisationen wie Dignitas und Exit verlangen. Er gab den Begehren aus den Kantonen Aargau und Basel-Land ohne Gegenstimme keine Folge. Sie gehen nun an den Nationalrat.

Die vorberatende Kommission sei sich mit dem Bundesrat einig, dass die organisierte Sterbehilfe teilweise in einer Grauzone stattfinde, sagte Kommissionssprecherin Verena Diener (GLP/ZH). Dort sei eine Regelung aber schwierig: «Es gibt eine Grauzone, aber die lässt sich nicht gesetzgeberisch regeln.»

Der Rat sprach sich dafür aus, das Selbstbestimmungsrecht von Sterbewilligen hochzuhalten. «Jeder Mensch solle selbst darüber entscheiden können, was für ihn ein würdiges Lebensende ist», sagte Diener. Missbräuche sollten mit dem geltenden Recht angegangen werden.

Zick-Zack-Kurs im Bundesrat

Der Bundesrat gab im vergangenen Sommer bekannt, dass er keine Gesetzesänderungen anstrebe, um Missbräuche mit organisierter Suizidhilfe zu bekämpfen. Diese Haltung war in den letzten Jahren indes sehr beständig: Eveline Widmer-Schlumpf hatte als Justizministerin zuvor eine Regulierung angekündigt, ihr Vorgänger Christoph Blocher hatte sich noch dagegen gestellt.

Die heutige Regelung sieht vor, dass die passive Sterbehilfe nicht strafbar ist. Allerdings müssen sterbewillige Personen urteilsfähig und ausreichend informiert sein. Der Sterbewunsch muss zudem wohlerwogen, ohne äusseren Druck geäussert und dauerhaft sein. Strafbar ist Suizidhilfe aus «selbstsüchtigen Beweggründen».

Das müsse auch geprüft werden können, sagte Ständerätin Christine Egerszegi (FDP/AG) am Dienstag. Sterbehilfe-Organisationen sollten deshalb ihre Bücher offen legen müssen, damit sich feststellen lasse, ob hinter den Suizidbegleitungen lukrative Geschäfte stecken, forderte sie.

Egerszegi räumte ein, dass sich die Situation verbessert habe. Die Standesinititive gingen auf eine Zeit zurück, als sterbewillige Personen im Ausland von Organisationen wie Dignitas regelrecht rekrutiert worden seien. Menschen seien zudem unter teilweise unwürdigen Umständen gestorben.

Kantone wollen Regelung

Für eine Regelung der organisierten Suizidhilfe sind zahlreiche Kantone. Die meisten Parteien dagegen stellten sich auf den Standpunkt, dass das geltende Recht genüge. Im vergangenen Jahr begleiteten die Sterbehilfeorganisationen Exit und Dignitas nach eigenen Angaben zusammen 354 Personen in den Tod.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Sterbehilfe wird in der Schweiz nicht strenger geregelt. Nach dem Ständerat hat sich auch der Nationalrat für den Status ... mehr lesen
Suizidwillige Personen urteilsfähig sein und freiwillig handeln.
Bern - Wie der Bundesrat und der Ständerat sieht die Rechtskommission des Nationalrats keinen Bedarf, die Sterbe- und Suizidhilfe ... mehr lesen
Nationalratskommission will keine neuen Regeln für Suizidhilfe.
Zürich - Die Sterbehilfeorganisation Exit hat im vergangenen Jahr 305 Menschen in den Freitod begleitet. Das sind 48 mehr als 2010. Die meisten Personen wollten sterben, weil sie an Krebs erkrankt waren. Einen Rekord verzeichnte Exit beim Mitgliederzuwachs. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Lausanne - Das Waadtländer Parlament will die Sterbehilfe genauer regeln. Es hat sich am Dienstag deutlich für den Gegenvorschlag des Regierungsrats ausgesprochen und gegen die kantonale Initiative. Das letzte Wort hat das Volk. mehr lesen 
Bern - Die Rechtskommission des Ständerates lehnt neue Regeln für die Sterbehilfe ab. Sie hält das geltende Recht für ausreichend. ... mehr lesen
Die Ständeratskommission folgt der Einschätzung des Bundesrates (Symbolbild).
Bern - Bei der Sterbehilfe bleibt alles beim Alten: Der Bundesrat hat am Mittwoch entschieden, auf eine Regelung der organisierten Suizidhilfe zu verzichten. Letzten Herbst hatte er noch angekündigt, an seinen Plänen für strengere Regeln festzuhalten. mehr lesen 
Mit dem viertbesten Resultat schaffte SVP-Nationalrat Yvan Perrin erstmals den Einzug ins Schloss in Neuenburg.
Mit dem viertbesten Resultat schaffte SVP-Nationalrat Yvan Perrin ...
Wahlen NE  Neuenburg - Die Neuenburger Regierung ist bei der Stichwahl am Sonntag nach links gerutscht. Die SP gewann im fünf Sitze zählenden Staatsrat drei Mandate. Die SVP schaffte erstmals den Einzug in die Regierung. Grosse Verliererin ist die FDP, die nur noch einen Staatsrat stellt. 
FDP tritt in Neuenburg mit zwei Kandidaten an Neuenburg - Die FDP Neuenburg tritt am 19. Mai im zweiten Wahlgang der ...
Neuenburger Parlament rutscht nach rechts Neuenburg - Im Neuenburger Kantonsparlament verfügen in den kommenden vier ...
SP und SVP schlagen FDP im Kanton Neuenburg Bern - Bei den Neuenburger Regierungswahlen hat es am Sonntag eine ...
Parlament  Bern - Kürzlich haben die beiden Nationalrätinnen Ida Glanzmann (CVP/LU) und Maria Bernasconi (SP/GE) in einem Mail an sämtliche Parlamentarierinnen die Zukunft der parlamentarischen Frauengruppe in Frage gestellt. Der geringe Rücklauf dürfte nun das Ende der Gruppe besiegeln.  
Von-Wattenwyl-Gespräche  Bern - Trotz des Widerstands aus dem Parlament will der Bundesrat an seinen Sparplänen festhalten und ...  
Der Bundesrat möchte an seinen Sparplänen festhalten. (Archivbild)
Titel Forum Teaser
  • Swiss1 aus Burgdorf 1
    Swisscom-Chef warnt vor den Folgen der 1:12-Initiative ... nach eigenen Angaben hat die Swisscom rund 20'000 Angestellte ... heute 08:26
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    1:12 Initiative Man lagere aus bis zum Gehtnichtmehr. Wäre ich ein Miteigentümer ... heute 07:39
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Danke KangiLuta & keinschaf Ich habe mich auf den Foren umgeschaut. Die meisten schreiben ungefähr ... gestern 20:33
  • KangiLuta aus Wila 100
    Anderes Forum für Jorian Vielleicht ist das etwas für Sie, ... gestern 07:11
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    Pro EU Nein pro EU ist kein Kriterium, die Zensur ist ein Kriterium! Sa, 18.05.13 20:00
  • keinschaf aus Henau 1513
    Sisyphos Die meisten Mannschaften fallen da schon weg, wenn Pro-EU für Sie ein ... Sa, 18.05.13 18:06
  • jorian aus Gretzenbach 1174
    keinschaf Ich werde auch des öfteren zensuriert. Ich nehme mal an, dass die ... Sa, 18.05.13 18:02
  • keinschaf aus Henau 1513
    Sehr geehrter Zensor Offenbar ist der Zensor in diesem Forum äusserst parteiisch, was auch ... Sa, 18.05.13 17:50
Wettbewerb
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MO DI MI DO FR SA
Zürich 6°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Basel 4°C 10°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 7°C 13°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Bern 7°C 16°C leicht bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Luzern 8°C 15°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
Genf 8°C 16°C leicht bewölkt bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Lugano 10°C 15°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten