Stammzellen ohne Embryo-Zerstörung
publiziert: Mittwoch, 23. Aug 2006 / 21:30 Uhr

Bern - US-Forscher haben offenbar erstmals menschliche embryonale Stammzellen gewonnen, ohne dabei den Embryo zu zerstören.

Das neue Verfahren entnimmt einem zehnzelligen Embryo lediglich eine einzige Zelle.
Das neue Verfahren entnimmt einem zehnzelligen Embryo lediglich eine einzige Zelle.
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Dies soll nach Ansicht der Forscher helfen, ethische Bedenken gegen die Erforschung embryonaler Stammzellen zu mindern.

Das neue Verfahren entnimmt einem zehnzelligen Embryo lediglich eine einzige Zelle, wie ein Team um Robert Lanza von der US-Firma Advanced Cell Technology in Worcester (US-Bundesstaat Massachusetts) in einer Online-Vorabveröffentlichung des britischen Fachjournals «Nature» berichtet.

Es gleicht der Technik, mit der schon länger mögliche genetische Anomalien eines Embryos nach einer künstlichen Befruchtung im Reagenzglas (In-Vitro-Fertilisation; IVF) untersucht werden. Diese so genannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ist in der Schweiz allerdings ebenfalls verboten.

Stammzellkolonie aus einer Zelle

Normalerweise werden embryonale Stammzellen gewonnen, indem aus dem Blastozysten-Stadium des Embryos eine grössere Zellmasse entnommen wird, was den Embryo zerstört. Im vergangenen Jahr hatte Lanzas Gruppe jedoch bereits gezeigt, dass sich aus einer einzelnen Zelle eines Maus-Embryos eine Stammzellkolonie züchten lässt.

Die Forscher entnahmen nun 16 menschlichen Embryonen, die gerade erst aus acht bis zehn Zellen bestanden, je eine Zelle und setzten diese in eine Nährlösung. Aus 2 der 16 Zellen gingen stabile Stammzelllinien hervor, die sich auch nach acht Monaten noch genauso verhielten wie die bisher bestehenden Linien.

Routinemässige Entnahme?

Das Forscherteam folgert, dass Stammzelllinien sogar routinemässig aus jenen Zellen gewonnen werden könnten, die Reagenzglas-Embryonen im Rahmen der Präimplantationsdiagnostik entnommen werden.

Diese Nutzung würde das «klinische Ergebnis» einer Fruchtbarkeitsbehandlung nicht beeinträchtigen, das heisst, dem menschlichen Embryo nicht schaden, betonen Lanza und Kollegen in «Nature».

Aus den Stammzellen könnten für die aus dem Embryo heranwachsenden Kinder oder ihre Geschwister bei Bedarf möglicherweise sogar Ersatzgewebe und -organe zur späteren Behandlung lebensgefährlicher Krankheiten gewonnen werden.

(bert/sda)

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