SVP verzögert kontrollierte Heroinabgabe im Aargau
Stellen sistiert: Vorläufig keine Fixerstübchen im Aargau
publiziert: Mittwoch, 2. Feb 2000 / 17:09 Uhr

Aarau - Die ärztlich kontrollierte Heroinabgabe wird im Kanton Aargau auf die lange Bank geschoben. Obwohl der leitende Arzt bereits gewählt ist, hat SVP-Regierungsrat Ernst Hasler die Besetzung der übrigen Stellen einstweilen sistiert.

Einem Start des Projektes würde an sich nichts entgegenstehen, wie der Stabschef des Gesundheitsdepartementes, Beat Santini, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur sda auf Anfrage bestätigte. Der Leitende Arzt ist bereits gewählt und wird seine Tätigkeit in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden am 1. März aufnehmen. Der Departementsvorsteher, Regierungsrat Ernst Hasler, habe jedoch angeordnet, dass ab sofort keine Stellen im Rahmen der heroingestützten Behandlung besetzt werden dürfen, sagte Santini. Diesen Führungsentscheid habe der Gesundheitsdirektor aufgrund der Budgetberatung im Grossen Rat gefällt. Das Parlament hatte Anfang Januar mit dem Staatsvoranschlag entschieden, dass im laufenden Jahr nicht nur 12,5, sondern 25 Stellen eingespart werden müssen. Die 7,5 Stellen für die Heroinabgabe hatte das Kantonsparlament allerdings bereits mit der Zustimmung zum Projekt im September 1999 gutgeheissen.

Enttäuschung bei den Betroffenen

Die Anordnung des SVP-Regierungsrates habe ihn überrascht, erklärte der Verwaltungsdirektor der Psychiatrischen Klinik Königsfelden, André Hug. Das magistrale Verbot, die notwendigen Stellen auszuschreiben, sei «irritierend». Unverständlich ist die Stellen-Sistierung laut Hug zum einen, weil der Grosse Rat das Heroinabgabe-Projekt in der Budget-Beratung explizit und ohne finanzielle Abstriche bestätigt habe. Zum andern handle es sich bei der Heroinabgabe immerhin um einen Volksauftrag. Auch für Beat Dschemilow, Leiter der Fachstelle für Suchtberatung und Prävention in Aarau, ist die vorläufige Sistierung der «Stellen-Ausschreibungs-Stopp» aus fachlicher Sicht «nicht nachvollziehbar». Nachdem alle politischen Entscheide gefällt worden seien, löse diese Verzögerung Verunsicherung aus. In der Volksabstimmung im vergangenen Jahr habe auch das Aargauer Volk mit überwiegender Mehrheit der 4-Säulen-Politik des Bundes in der Drogenpolitik zugestimmt. Und eine dieser Säulen betreffe eben die Heroinabgabe. Das Projekt löst einmalige Investitionen von 80 000 Franken und jährlich wiederkehrende Kosten von 1,1 Mio. Franken aus. Die Betriebskosten sollen jedoch selbstragend betrieben werden können.

(sda)

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