Stéphane Lambiel mit grosser Zuversicht
publiziert: Dienstag, 14. Feb 2006 / 07:00 Uhr

Weltmeister Stéphane Lambiel versucht heute Abend im Kurzprogramm die Basis für die dritte Schweizer Olympia-Medaille im Eiskunstlauf zu legen. Jamal Othman strebt den Final der besten 24 an.

Lambiel strebt nicht einfach einen Podestplatz an, er will der Beste sein.
Lambiel strebt nicht einfach einen Podestplatz an, er will der Beste sein.
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Der sehr viel Zuversicht ausstrahlende Lambiel strebt allerdings nicht einfach einen Podestplatz an, er will der Beste sein. Der Weg zum Sieg führt über den klaren Favoriten Jewgeni Pluschenko, dem nach drei Welt- und fünf Europameistertiteln nur noch Olympia-Gold im eindrücklichen Palmarès fehlt. Vor vier Jahren hatte sich der Russe in Salt Lake City hinter dem zurückgetretenen Landsmann Alexej Jagudin mit Silber begnügen müssen.

Will der am 2. April 21 Jahre alt werdende Lambiel gegen Pluschenko eine Chance haben, muss er im Kurzprogramm fehlerlos bleiben. Dies ist dem Unterwalliser in der laufenden Saison bloss beim Sieg am Grand-Prix-Final in Tokio Mitte Dezember gelungen. «Mit einem Rückstand ist es fast unmöglich, ihn zu schlagen», weiss der sechsfache Schweizer Meister.

Lambiels härteste Konkurrenten neben Pluschenko sind: Der WM-Zweite Jeffrey Buttle (Ka), der EM-Dritte Brian Joubert (Fr), der WM-Vierte Johnny Weir (USA) sowie der zweifache Grand-Prix-Sieger dieser Saison, Emanuel Sandhu (Ka).

Sinneswandel bei den Pirouetten

Lambiel hat bei seinen berühmten Pirouetten noch kleine Änderungen vorgenommen, um auf Level 3 oder 4 (Maximum) zu kommen. Beim Gewinn der Silbermedaille an den Europameisterschaften Mitte Januar in Lyon hatte er in der Kür zweimal Level 1 erhalten, weil er aus ästhetischen Gründen keinen Kantenwechsel machte. «Ich muss Punkte sammeln», so Lambiel zu seinem Sinneswandel.

Zudem plant er heute Abend -- er läuft mit der Startnummer 11 um 20.21 Uhr -- noch etwas Spezielles: «Ich werde mit einer grossen Überraschung aufwarten.» Bereits an den Weltmeisterschaften 2004 in Dortmund hatte er mit einem zweiten Vierfach-Toeloop in der Kür alle erstaunt -- nicht einmal sein langjähriger Trainer Peter Grütter hatte damals von dessen Plänen gewusst.

Keine Beeinträchtigung durch Verletzung?

Stéphane Lambiel trainierte gestern erstmals in Turin, nachdem er wegen einer am vorletzten Mittwoch erlittenen Aussenbandüberdehnung am rechten Knie erst am Sonntag angereist war. Von einer Beeinträchtigung durch die Verletzung war nichts zu sehen.

Als seine Kür-Musik eingespielt wurde, zeigte der in Lausanne lebende Maturand gleich zu Beginn einen schönen Dreifach-Axel, also den Sprung, der ihm oft Probleme bereitet. Auch die anderen Dreifachen gelangen ihm. Ausserhalb seines Programms präsentierte er den Zuschauern in der schon etwa zur Hälfte gefüllten Eishalle Palavela noch die Kombination Vierfach-Dreifach-Toeloop.

Dass er wegen seines Knies eine Woche pausieren musste, bezeichnet Lambiel als Nachteil, «aber im Kopf bin ich sehr positiv». Das Vertrauen sei da, er dürfe einfach nicht an die Verletzung denken. Trainer Grütter sieht im «Malheur» gar Vorteile: «Er muss jetzt genauer arbeiten, darf sich keine Extravaganzen leisten.» Die Kondition habe er immer noch.

Pluschenko nicht im Olympiadorf

Pluschenko wird den ersten Wettkampfteil mit der Startnummer 2 in Angriff nehmen. Der 23-jährige Russe verliess das Training einmal mehr frühzeitig, noch bevor seine Musik an der Reihe war.

Der St. Petersburger wohnt nicht im olympischen Dorf. «Die Paarläufer beenden ihren Wettkampf am Montag, und es wird sehr laut sein, weil sie feiern werden», begründete Pluschenkos Trainer Alexej Mischin.

Der 19-jährige Othman nimmt erstmals an Olympischen Spielen teil. Obwohl er die Selektionskriterien nicht erfüllt hatte, wurde er nach einem Vorlaufen dennoch berücksichtigt.

«Ich hatte wenig Zeit, mir gross Gedanken zu machen», sagte Othman. Das Niveau im Training sei unglaublich hoch. Wenn er den Final schaffe, sei er sehr zufrieden. An Turin hat der Berner gute Erinnerungen, wurde er doch vor einem Jahr an gleicher Stätte bei seiner EM-Premiere guter Elfter.

(von Sascha Fey, Turin/Si)

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