Stephanie-Prozess ausgesetzt
publiziert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 07:24 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Nov 2006 / 11:37 Uhr

Dresden - Der Dresdener Stephanie-Prozess ist auf den 21. November vertagt worden.

Geert Mackenroth sprach von einer peinlichen Justizpanne.
Geert Mackenroth sprach von einer peinlichen Justizpanne.
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Nach der 20-stündigen Flucht auf das Gefängnisdach wurde der mutmassliche Sexualstraftäter vom Amtsarzt für nicht verhandlungsfähig erklärt.

Die Gerichtsverhandlung wurde deshalb abgebrochen. Der Angeklagte hatte erst am frühen Morgen das Dach verlassen.

Der Mann sei für mindestens acht bis zwölf Stunden nicht verhandlungsfähig, sagte der Vorsitzende Richter Tom Maciejewski.

Deshalb werde der Prozess an diesem Tag nicht fortgesetzt. Der nächste Verhandlungstermin ist der 21. November.

Freiwillig Dach verlassen

Wie die Polizei zuvor mitteilte, verliess der Mann am frühen Morgen zusammen mit einem Beamten eines Spezialeinsatzkommandos freiwillig das Dach.

Der Mann sei unverletzt mit einer Hebebühne vom Dach geholt worden. Die Verhandlungsstrategie sei erfolgreich gewesen, hiess es weiter. Der Mann wurde sofort in den Gefängnistrakt zurückgebracht.

Der 36-jährige vorbestrafte Sexualtäter war am Mittwochmorgen um 7.24 Uhr - einen Tag vor der Fortsetzung des Missbrauchs-Prozesses gegen ihn vor dem Dresdner Landgericht - bei einem Hofgang seinen beiden Bewachern entwischt.

Angst vor Sprung in die Tiefe

Er kletterte an der Aussenfassade eines Zellengebäudes in die Höhe. Sachsens Justizminister Geert Mackenroth räumte eine peinliche Justizpanne ein.

Der Mann hatte tagsüber nahezu ununterbrochen auf dem Dach gestanden und mit Psychologen gesprochen, die auf einer Hebebühne standen.

Gewaltsam wollte die Polizei nicht gegen ihn vorgehen, da sich der Mann stets am Rand des Daches aufhielt. Es wurde befürchtet, dass er in die Tiefe stürzen könnte.

Der Mann muss sich seit Montag wegen Vergewaltigung, Geiselnahme, Kinderpornografie und anderer Straftaten vor dem Dresdner Landgericht verantworten. Er hatte zu Verhandlungsbeginn gestanden, die damals 13-jährige Schülerin Stephanie Anfang des Jahres entführt und wochenlang sexuell misshandelt zu haben.

(rr/sda)

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