SBVg-Präsident Odier fordert Bekenntnis der Politik zum Finanzplatz
Steuerabkommen: Der Schweiz bleibt keine Alternative
publiziert: Sonntag, 6. Mai 2012 / 09:35 Uhr
Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg)
Patrick Odier, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg)

Bern - Laut dem Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg), Patrick Odier, wäre ein Scheitern des Steuerabkommens mit Deutschland für den Schweizer Finanzplatz fatal. «Es gibt keine Alternative zum Vertrag mit Deutschland», sagte er gegenüber der «Sonntagszeitung».

10 Meldungen im Zusammenhang
In Bezug auf die drohende Ablehnung des Abkommens im Schweizer Parlament forderte Odier die Parteien und Politiker auf, Farbe zu bekennen zum Finanzplatz. Das Abkommen sei «die beste Lösung, um ein für alle Mal einen Schlussstrich bei den unversteuerten Geldern zu setzen», sagte er. «Es kann nicht sein, dass diese Lösung durch innenpolitische Machtspiele gefährdet wird.»

Auch vonseiten der Banken erwartet Odier das Bekenntnis zum Steuerabkommen und zum Modell der Abgeltungssteuer. Der automatische Informationsaustausch, der von verschiedenen Bankenvertretern wie dem Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz ins Gespräch gebracht wurde, sei «nicht die Strategie des Finanzplatzes», sagte er. «Ich bin froh, wenn Bankiers weiter denken, nur müsste dies nicht immer in der Öffentlichkeit geschehen.»

Hinsichtlich der Verhandlungen mit den USA betonte Odier die Wichtigkeit, zu einem Ergebnis zu kommen, mit der «die Vergangenheit der Banken legalisiert wird». Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es zu weiteren Klagen gegen Schweizer Institute kommt. Umso wichtiger sei es, eine Globallösung für alle Banken zu finden. «Wir haben kein Interesse, dass weitere Schweizer Banken ins Visier der Amerikaner geraten.»

Mit der Weissgeldstrategie habe sich der Schweizer Finanzplatz zu einem Paradigmenwechsel entschieden, erklärte Odier. Zur Umsetzung dieser Strategie sei die SBVg dabei, einen neuen Verhaltenskodex für alle Schweizer Banken auszuarbeiten.

Dieser würde gleich verbindlich sein wie die Standesregeln zur Sorgfaltspflicht bei der Geldwäschereibekämpfung. «Wenn eine Bank bei einem Kunden den Verdacht hat, dass er Steuern hinterzieht, muss sie künftig beim Kunden Abklärungen treffen, ob das Geld versteuert ist», erklärte er.

(asu/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Ein Schweizer Bankkonto zu führen bedeutet automatisch, Geld vor dem amerikanischen Fiskus zu verstecken. Diese Botschaft suggeriert ein Wahlkampf-Werbespot des amtierenden ... mehr lesen
Bern - Die Steuerabkommen mit Deutschland, Grossbritannien und Österreich ... mehr lesen 1
National- und Ständerat stimmten den Abkommen in der Schlussabstimmung deutlich zu.
Peer Steinbrück ist voll und ganz gegen das Steuerabkommen mit der Schweiz.
Berlin - Der frühere deutsche Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) hat an die von SPD und Grünen regierten Bundesländer appelliert, das geplante Steuerabkommen mit der ... mehr lesen 2
Weitere Artikel im Zusammenhang
Im Parlament scheint ein Ja zu den Steuerabkommen wahrscheinlich.
Bern - Die SVP-Fraktion lehnt die ... mehr lesen
CDU-Finanzminister Wolfgang Schäuble ist im Bundesrat auf die Oppositions-Parteien angewiesen.
Berlin - Die deutsche Regierung hat am Mittwoch in Berlin das umstrittene Steuerabkommen mit der Schweiz in seiner überarbeiteten Fassung gebilligt. Das teilte das Finanzministerium mit. mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur 12'000 pro Jahr den Bundesstaat gewechselt.
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur ...
Falsche Sichtweise  Selbst wenn sie hohe Steuerabgaben leisten müssen, leben reiche Amerikaner grösstenteils weiter in ihren angestammten Bundesstaaten und ziehen nicht in eine andere US-Region mit günstigeren Steuerbedingungen. mehr lesen 
Ständerat und kleine Kammer kommen zu keinem gemeinsamen Nenner.
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte ... mehr lesen  
Etschmayer Im Juni kommt das kommunistisch-anarchische Projekt des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zur Abstimmung. Eine Vorlage, die bei einer Annahme die sofortige Auflösung der Schweiz, einen Kometeneinschlag in Bern, eine Heuschreckenplage und noch drei bis vier andere Katastrophen biblischen Ausmasses zur Folge hätte. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 17°C 21°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Basel 17°C 22°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
St. Gallen 14°C 19°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Bern 14°C 20°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen trüb und nass
Luzern 15°C 21°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen anhaltender Regen
Genf 17°C 22°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 17°C 20°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten