Neuwahlen
Steuerdialog mit Italien steht still
publiziert: Freitag, 18. Jan 2013 / 19:59 Uhr
Italiens Aussenminister Giulio Terzi. (Archivbild)
Italiens Aussenminister Giulio Terzi. (Archivbild)

Rom/Bern - Bei den Verhandlungen über ein Steuerabkommen zwischen der Schweiz und Italien herrscht Stillstand. Grund sind die bevorstehenden Neuwahlen im Nachbarland, wie Italiens Aussenminister Giulio Terzi bei einem Treffen mit seinem Schweizer Amtskollegen, Didier Burkhalter, in Rom sagte.

8 Meldungen im Zusammenhang
«Wir befinden uns in einer Phase, in der die Gespräche ein wenig eingefroren sind», sagte Jean-Marc Crevoisier, Informationschef des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), am Freitag nach dem Treffen.

Es würden keine Entscheide vor den Parlamentswahlen im Februar gefällt. Terzi habe aber Bundesrat Burkhalter versichert, dass der Steuerdialog danach fortgesetzt werde, sagte Crevoisier.

Die Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien hatten jahrelang wegen Unstimmigkeiten bei Steuer- und Finanzfragen gelitten. Besonders schwer lastete der Streit um die Besteuerung italienischer Grenzgänger, der bis zur Blockade von Geldern durch die Schweiz führte.

In den letzten Monaten besserte sich das Verhältnis jedoch. Im vergangenen Frühling eröffneten beide Länder Verhandlungen zu den offenen Steuerfragen. Diskutiert wird unter anderem ein Modell für ein Abkommen über die Regulierung von Vermögenswerten nichtansässiger Steuerpflichtiger sowie die Einführung einer Quellensteuer auf künftige Kapitalerträge.

Im Juni besuchte die damalige Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf Ministerpräsident Mario Monti in Rom. Beide bekundeten damals ihre Absicht, in einigen Monaten den Steuerstreit zu lösen.

Deutschland kein Thema

Dieser Plan geriet aber ins Stocken. Deutschland, das mit der Schweiz ein ähnliches Modell mit einer Abgeltungs- und Quellensteuer ausgehandelt hatte, ratifizierte das Abkommen nicht. Ohne das Mitgehen dieses gewichtigen Partners dürfte das Ziel der Schweiz, mit möglichst vielen Ländern ein Abgeltungssteuerabkommen zu vereinbaren, deutlich schwerer zu erreichen sein.

Die ergebnislosen Verhandlungen mit Deutschland seien jedoch beim Treffen in Rom nicht erwähnt worden, sagte Crevoisier. «Ich glaube nicht, dass das Scheitern irgendeinen Einfluss auf die Gespräche mit Italien hat», so der EDA-Sprecher.

Bereits in Kraft getreten sind vergleichbare Fiskalabkommen mit Grossbritannien und Österreich. Neben Italien verhandelt die Schweiz noch mit den Griechen.

Starker Widerstand gegen das Abgeltungssteuermodell kommt vor allem aus Frankreich. Die Europäische Union verlangt zudem, dass direkt mit ihr anstatt mit den einzelnen Ländern verhandelt wird. Ihre Forderung ist jedoch die Einführung eines automatischen Austauschs von Bankkunden-Informationen anstatt einer Abgeltungssteuer.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Spannungen zwischen der Schweiz und Italien sind nicht zu leugnen, ... mehr lesen
Eveline Widmer-Schlumpf unterhielt sich mit Fabrizio Saccomanni bezüglich des Selbstanzeigeprogramm.
Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf bestätigte die Neuigkeit am Donnerstag.(Archivbild)
Bern - Mit günstigen Bedingungen will Italien reuige Steuersünder zur Selbstanzeigen bewegen. Gleichzeitig verhandelt die Regierung mit der Schweiz über die Regularisierung von Schwarzgeld ... mehr lesen
Moskau - In die Gespräche zwischen der Schweiz und Italien über Steuerfragen und andere Themen kommt wieder Bewegung: Bundesrätin Widmer-Schlumpf hat Italiens Finanz- und Wirtschaftsminister Fabrizio Saccomanni in die Schweiz eingeladen. mehr lesen  1
Bern - Bundesrätin Eveline ... mehr lesen
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf
Finanzminister George Osborne kann sich über das erste Geld freuen.
London - Die Schweiz hat den ersten im Steuerabkommen vereinbarten Millionenbetrag an den britischen Fiskus überwiesen. Die britische Steuerbehörde habe 340 Millionen Pfund von der ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Der Schweizer Aussenminister ... mehr lesen
Burkhalter und Terzi fixieren Verhandlungsstart zum Steuerabkommen.
Eveline Widmer-Schlumpf wird sich in den nächsten Tagen zu Gesprächen mit Mario Monti treffen.
Bern - Die Schweiz kann mit Italien ... mehr lesen
Ispra - EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat die Schweiz und Italien ... mehr lesen
Barroso appelliert an Italien und Schweiz.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur 12'000 pro Jahr den Bundesstaat gewechselt.
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur ...
Falsche Sichtweise  Selbst wenn sie hohe Steuerabgaben leisten müssen, leben reiche Amerikaner grösstenteils weiter in ihren angestammten Bundesstaaten und ziehen nicht in eine andere US-Region mit günstigeren Steuerbedingungen. mehr lesen 
Gotthard steht im Zentrum  Bern - In Bern beginnt heute Montag die Sommersession der eidgenössischen Räte. In der ersten Woche ... mehr lesen  
In den nächsten drei Wochen wird im Bundeshaus wieder fleissig politisiert. (Archivbild)
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt sich der Ständerat zum zweiten Mal über die Unternehmenssteuerreform III. Von einer Einigung sind die Räte weit entfernt: So weit wie der Nationalrat will die kleine Kammer der Wirtschaft nicht entgegenkommen. mehr lesen  
Für Schwarzarbeit Beraterrechnung von den Cayman-Islands: Die BBF macht es möglich!
Etschmayer Im Juni kommt das kommunistisch-anarchische Projekt des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zur Abstimmung. Eine Vorlage, die bei einer Annahme die ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 13°C 18°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 14°C 20°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
St. Gallen 13°C 16°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 14°C 18°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 14°C 18°C trüb und nassleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen gewitterhaft
Genf 14°C 18°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wechselnd bewölkt, Regen
Lugano 14°C 17°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten