Steuerparadies Schweiz verliert an Attraktivität
publiziert: Mittwoch, 3. Dez 2008 / 19:51 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 3. Dez 2008 / 20:25 Uhr

Zürich - Die als Steuerparadies bekannte Schweiz hat im weltweiten Vergleich mit anderen Ländern an Attraktivität verloren.

Das Abgabensystem sei im internationalen Vergleich zu kompliziert.
Das Abgabensystem sei im internationalen Vergleich zu kompliziert.
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Gegenüber dem Vorjahr kann sich der Steuerstandort im globalen Ranking zwar noch in den Top-20 halten, rutscht jedoch vom 15. auf den 19. Platz zurück, wie die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) und die Weltbank aufzeigen.

Die Malediven, Katar und Hongkong belegen hingegen die ersten Ränge. Besonders das komplizierte Schweizer Steuersystem sei für die schwächere Platzierung ausschlaggebend. Angesichts des härteren Standortwettbewerbs konnten etwa Luxemburg oder Norwegen die Schweiz überholen. Europaweit sei das Abgabensystem nur in Rumänien, Polen und der Slowakei noch komplexer.

Schweden am unkompliziertesten

Mit nur zwei Steuerzahlungen finden schwedische Unternehmen das weltweit unkomplizierteste System vor. Unter insgesamt 181 Ländern belegt die Schweiz hier nur noch Platz 24. Darüber hinaus fliessen die direkte Steuerbelastung sowie der administrative Aufwand für Unternehmen in Sachen Abgaben in die Bewertung ein.

Trotz 24 verschiedener Zahlungen und 14 verschiedener Steuern würden Schweizer klein- und mittelständische Unternehmen (KMU) nur rund 63 Arbeitsstunden benötigen, um die bürokratischen Anforderungen zu bewältigen. Spitzenreiter sind hingegen die Slowakei und Bulgarien, wo KMU mit bis zu 930 bzw. 916 Stunden vor merklich höhere bürokratische Hürden gestellt sind.

Schweiz bei Umsetzung zu langsam

«Die Schweiz verbesserte die Gesamtsteuerlast der Unternehmen. Doch notwendige Reformen werden in anderen Ländern schneller umgesetzt», erklärt Andrin Waldburger, Partner und Leiter der Steuer- und Rechtsberatung bei PwC Schweiz. Europaweit rangiert das Land damit auf dem sechsten Rang.

Rund 29 Prozent des Gewinns müssten hier ansässige Unternehmen abgeben. Mit einer vergleichsweise niedrigen Steuerrate bleibt der Standort trotz des komplizierten Systems besonders für KMU gegenüber den Nachbarländern weiterhin attraktiv.

So bewegt sich etwa Deutschland mit einer Rate von über 50 Prozent im Mittelfeld. Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung müssten die Steuersysteme vonseiten der Länder PwC zufolge jedoch kritisch überprüft, bei Bedarf vereinfacht und ihre Ergiebigkeit erhöht werden.

(tri/pte)

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