Realistische Simulation
Steuerprüfungen effektiver als höhere Strafen
publiziert: Freitag, 14. Mrz 2014 / 09:24 Uhr
Ein sehr reales Beispiel ist momentan Bayern-Manager Uli Hoeness. (Symbolbild)
Ein sehr reales Beispiel ist momentan Bayern-Manager Uli Hoeness. (Symbolbild)

Barcelona - Forscher der spanischen Universitat Autonoma de Barcelona haben eine Computersimulation entwickelt, die es ermöglicht, das Verhalten von Steuerzahlern in Situationen zu simulieren, in denen sie die Gelegenheit zur Steuerhinterziehung haben.

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Eines der Hauptergebnisse ist, dass es effektiver ist, die Frequenz von Steuerprüfungen zu erhöhen als die Strafen hochzusetzen. Für Bayern-Manager Uli Hoeness, erst gestern, Donnerstag vom Landgericht München verurteilt zu dreieinhalb Jahren Haft, kommt die Erkenntnis aber zu spät.

Nicht jeder hat die Möglichkeit

Der Simulator, beschrieben im Journal Advances in Complex Systems, analysiert die Motive für Steuerhinterziehung und die Effektivität von Massnahmen dagegen. Das Delikt gilt besonders in Spanien als grosses Problem, laut der Universität beträgt Steuerhinterziehung ein Viertel des Bruttosozialprodukts. Da nicht jeder die Möglichkeit dazu habe, führe dies zu Ungerechtigkeiten zwischen kleinen und grossen Unternehmen, sowie Selbständigen und Angestellten. Das schade der Steuergerechtigkeit.

Der Simulator basiert auf neuen Erkenntnissen aus der Psychologie und Soziologie, wonach die sogenannte neoklassische ökonomische Theorie zur Erklärung des Delikts nicht mehr ausreicht. Nach dieser Theorie ist die Entscheidung, Steuerzahlungen illegal zu vermeiden das Resultat einer rationalen Analyse, welche die Vorteile der Hinterziehung (die Geldersparnis) vergleicht mit dem potenziellen Preis für das Vorgehen (Entdeckung und damit einhergehende Strafen).

Virtuelle Gesellschaft simuliert

In dem neuen Ansatz bezogen die Forscher verschiedene Regeln in eine Computersimulation ein, um realistischere Ergebnisse zu ermöglichen. Dabei kreierten sie virtuelle Gesellschaften, bestehend aus Individuen mit verschiedenen Charakteristiken und Beziehungen, zueinander. Sie fütterten den Computer ausserdem mit realen Fakten wie den spanischen Steuersätzen, Einkommenshöhen und der Jobverteilung.

So zeigte sich, dass die Bereitschaft zur Hinterziehung sinkt, wenn sich die Computercharaktere vom Staat gerecht behandelt fühlen. Zudem gab es einen sozialen Filter. Ergebnis davon: Je mehr Nachbarn Steuern hinterzogen, desto mehr derartige Delikte kamen in der Simulation insgesamt vor. Als beste Gegenmassnahme stellte sich die Verbesserung von Steuerprüfungen heraus, effektiver etwa als höhere Strafzahlungen.

(awe/pte)

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