Steuerstreit: Barroso fordert Schweizer «Effort»
publiziert: Donnerstag, 12. Apr 2007 / 14:14 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 12. Apr 2007 / 15:33 Uhr

Lausanne - Ein einzelnes Land hat nach Ansicht des EU-Kommissionspräsidenten in der Zeit der Globalisierung keine Zukunft. José Manuel Barroso forderte in Lausanne zudem «einen Effort» der Schweiz, um die Steuerdifferenzen zu regeln.

Die Schweiz ist laut Barroso «abhängiger von Europa» als einige Mitgliedstaaten.
Die Schweiz ist laut Barroso «abhängiger von Europa» als einige Mitgliedstaaten.
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Der europäische Zusammenschluss sei «geeigneter denn je», um den grossen Herausforderungen der Globalisierung zu begegnen - sei es bei Energie, Umweltverschmutzung oder Sicherheit, sagte Barroso in seiner Rede an der Universität Lausanne.

Ein einzelnes Land sei «verloren» im Wirtschaftswettrennen, und sein politischer Einfluss reduziere sich zu Nichts.

Die Stärke des heutigen Europas sei es, in 50 Jahren den Traum einer starken Union mit 27 Mitgliedern realisiert zu haben, welche Solidarität mit «dem Respekt der Unterschiede» verbinde, betonte Barroso.

Keine Aufforderung zum Beitritt

Befragt zur Schweiz, die der Europäischen Union nicht beitreten will, unterstrich Barroso, das Land sei wirtschaftlich «mehr einbezogen» in die EU als einige Mitgliedstaaten. Die Schweiz «ist auch abhängiger von Europa», fügte er mit einem Lächeln hinzu.

«Doch wir machen keinen Druck», damit die Schweiz EU-Mitglied werde, «wir respektieren ihre Wahl vollständig». Die Schweiz sei ein wenig «ein gallisches Dorf - aber ohne Römer, die es erobern wollen».

Zu den Differenzen zwischen der Schweiz und der EU-Kommission bei den kantonalen Steuerprivilegien für gewisse Unternehmensformen forderte Barroso Bern auf, sich daran zu machen, das Problem zu lösen. «Wir sind guten Mutes, doch wir denken wirklich, dass auch eine Anstrengung der Schweizer Behörden erforderlich ist.»

Er halte daran fest, die ausgezeichneten Beziehungen zur Schweiz zu betonen, erklärte er und verwies auf die jüngsten erfolgreichen Volkabstimmungen zu EU-Fragen. «Wir hoffen, wir werden eine Lösung finden» ergänzte er kurz vor dem Verlassen der Universität.

(bert/sda)

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