Steuerstreit: Schweiz «stur wie ein Appenzeller Ochse»
publiziert: Mittwoch, 14. Feb 2007 / 12:54 Uhr / aktualisiert: Freitag, 16. Feb 2007 / 09:03 Uhr

Brüssel - In den Nachbarländern wird unterschiedlich auf den Brüsseler Beschluss und die harte Haltung der Schweiz reagiert. Aufgegriffen wird das Thema vor allem in der deutschen Presse - und auf der Front der Europaausgabe der «Financial Times».

Das Thema der Unternehmensverlagerungen sei «sehr heikel» geworden, so die FTD.
Das Thema der Unternehmensverlagerungen sei «sehr heikel» geworden, so die FTD.
7 Meldungen im Zusammenhang
«Wer meint, er könne die Eidgenossen mit Verhandlungen dazu bewegen, ihre Unternehmenssteuern für Ausländer zu erhöhen, denkt reichlich naiv», kommentierte der deutsche «Südkurier».

Denn wenn es um Geld gehe, so das Blatt weiter, «kann die Schweiz stur wie ein Appenzeller Ochse sein. Und sie hat im Prinzip Recht: Das Erheben von Steuern gehört zu den zentralen Merkmalen nationaler Souveränität.»

Für den «Südkurier» steigt die EU jetzt «von Verhandlungen auf Daumenschrauben» um. Das «Handelsblatt» betont die Brüsseler Drohung mit Strafzöllen. Was davon zu halten ist, macht der Untertitel klar: «Unternehmensbesteuerung einzelner Kantone angeblich rechtswidrig.»

Warnung an die «Steueroase»

Andere Zeitungen bewerten das Brüsseler Vorgehen primär als Warnung. «EU warnt Steueroase», betitelt etwa die »Süddeutsche Zeitung« ihre Kurzmeldung.

«EU legt sich mit der Schweiz an«, schreibt die »Frankfurter Rundschau». Die EU-Kommission wolle gegen Steueroasen in der Schweiz vorgehen, was auf «heftige Kritik» stosse.

In französischen Zeitungen war das Thema bereits in den vergangenen Wochen erörtert worden, so Anfang des Monats in «Le Monde». Ausführlich berichtete das Wirtschaftsblatt «Les Echos» mit Agenturmeldungen. Die grossen italienischen Zeitungen griffen den Steuerstreit zwischen Bern und Brüssel nicht auf.

Beispiel Kraft Foods

Hingegen dürften nun fast alle Diplomaten und viele weiteren Akteure in Brüssel über den Konflikt Bescheid wissen: Die «Financial Times» setzte das Thema in ihrer Europaausgabe auf die Frontseite.

Als Beispiel wird auf das Unternehmen Kraft Foods verwiesen, das angekündigt hat, seinen Europasitz in diesem Jahr nach Zürich verlagern zu wollen.

Die Beziehungen zwischen der EU und der Schweiz seien nach den Volksabstimmungen in den vergangenen Jahren wärmer geworden, berichtet FT weiter. Doch das Thema der Unternehmensverlagerungen sei eben «sehr heikel» geworden, urteilt das Blatt.

(fest/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
Die EU wolle laut Michael Reiterer «keine Eskalation».
Bern - Im Steuerstreit Schweiz-EU ... mehr lesen
41 Personen generieren im Kanton Schwyz durch pauschale Besteuerung «mehrere Dutzend Millionen Franken.»
Schwyz - Die Pauschalbesteuerung von Ausländern ohne Erwerbstätigkeit sei im Kanton Schwyz weder willkürlich noch intransparent. Der Schwyzer Finanzdirektor Georg Hess hat am Mittwoch ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur 12'000 pro Jahr den Bundesstaat gewechselt.
In den vergangenen Jahre haben von knapp 500'000 Einkommensmillionären nur ...
Falsche Sichtweise  Selbst wenn sie hohe Steuerabgaben leisten müssen, leben reiche Amerikaner grösstenteils weiter in ihren angestammten Bundesstaaten und ziehen nicht in eine andere US-Region mit günstigeren Steuerbedingungen. mehr lesen 
Ständerat und kleine Kammer kommen zu keinem gemeinsamen Nenner.
Unternehmenssteuerreform  Bern - Zu Beginn der Sommersession am Montagnachmittag beugt ... mehr lesen  
Etschmayer Im Juni kommt das kommunistisch-anarchische Projekt des bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zur Abstimmung. Eine Vorlage, die bei einer Annahme die ... mehr lesen  
Für Schwarzarbeit Beraterrechnung von den Cayman-Islands: Die BBF macht es möglich!
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich -2°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Basel -1°C 10°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
St. Gallen -2°C 6°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Bern -2°C 9°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Luzern 0°C 9°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wechselnd bewölkt
Genf 1°C 10°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 6°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten