US-Ansprüche nehmen kein Ende
Steuerstreit: Widmer-Schlumpf kritisiert US-Forderungen
publiziert: Samstag, 4. Aug 2012 / 11:51 Uhr
«Wenn die Schweiz einfach umsetzen würde, was die USA verlangen, wäre eine Globallösung bis morgen ausgehandelt.»
«Wenn die Schweiz einfach umsetzen würde, was die USA verlangen, wäre eine Globallösung bis morgen ausgehandelt.»

Bern - Immer wieder neue Forderungen der USA sind laut Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf dafür verantwortlich, dass es im Steuerstreit noch immer keine Vereinbarung gibt. Wie lange die Verhandlungen noch dauern werden, lässt Widmer-Schlumpf offen.

7 Meldungen im Zusammenhang
«Wenn die Schweiz einfach umsetzen würde, was die USA verlangen, wäre eine Globallösung bis morgen ausgehandelt», sagte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf in einem Interview, das am Samstag in den «Zürcher Regionalzeitungen» erschien. Die Schweiz beharre aber auf einigen Standpunkten.

Im Grundsatz hätten sich die Schweiz und die USA bereits einmal auf ein Konzept geeinigt. «Seither kommen aber immer wieder neue Forderungen, die wir nicht akzeptieren können», sagte die Bündnerin. Ein Kompromiss muss laut Widmer-Schlumpf zwingend mit dem Schweizer Recht vereinbar sein.

Worüber sich die Schweiz und die USA nicht einig sind, darauf wollte die Finanzministerin im Interview nicht eingehen. Sie bekräftigte aber früher gemachte Aussagen, dass die Schweiz sowohl für die elf ins Visier der US-Justiz geratenen Banken als auch für alle anderen Schweizer Banken eine Lösung anstrebt. Es müsse «ein Schlussstrich unter die Vergangenheit gezogen werden können».

Die Globallösung mit den USA sollte bis Ende Jahr stehen, hiess es auf Schweizer Seite immer wieder. In den vergangenen Wochen wurde der Zeitplan aber relativiert: Staatssekretär Michael Ambühl - er führt die Verhandlungen - sagte am Freitag in einem Interview, die Schweiz wolle zwar die Globallösung bis Ende Jahr unter Dach und Fach haben, «aber nicht um jeden Preis».

Schwierige Verarbeitung

Widmer-Schlumpf äussert sich im Interview auch zum Tod ihres Vaters, alt Bundesrat Leon Schlumpf, vor einem Monat. Es sei für sie schwierig gewesen, da sie wegen ihrer Pflichten kaum Zeit gehabt habe, den Verlust zu verarbeiten, sagte sie. «Ein Vorteil war immerhin, dass ich genau zu dieser Zeit meine Woche Sommerferien hatte.»

Ihr Vater habe ihr und ihren Schwestern viel mitgegeben, was die Öffentlichkeit nicht wahrgenommen habe. «Er machte mit uns Musik, wir diskutierten viel, gingen schwimmen, wandern.»

Als sie Bündner Regierungsrätin geworden sei, hätten sie abgemacht, dass er sich nicht zu ihrer politischen Tätigkeit äussere, ausser wenn sie ihn frage. «Ich rechne es ihm hoch an, dass er nie versuchte, mir Ratschläge zu erteilen.»

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Nach der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama erwartet Bundesrat Johann Schneider-Ammann in den ... mehr lesen
Bundesrat Schneider-Ammann: «Langfristig wäre mir eine liberale Haltung der Republikaner natürlich lieber gewesen.»
Gemäss Bill Sharp wäre auch Mitt Romney nicht nachsichtiger. (Symbolbild)
Bern - Der US-Steueranwalt Bill Sharp erwartet eine weitere Eskalation im Steuerstreit mit den USA. Der US-Senat werde nach den ... mehr lesen
Bern - Die Schweiz kann mit den USA über FATCA und mit Italien über eine Abgeltungssteuer verhandeln. Der Bundesrat hat am Mittwoch die ... mehr lesen
Die Verhandlungen mit den USA und Italien können beginnen.
Bern - Der Steuerstreit mit den USA geht in die nächste Runde: Die Vereinigten Staaten haben ein neues Amtshilfegesuch an die ... mehr lesen
Das Gesuch betrifft Kunden der Credit Suisse.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Eveline Widmer-Schlumpf fordert Weitblick.
Avers GR - Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf warnt in ihrer 1.-August-Ansprache vor den Auswirkungen der Euro-Krise. ... mehr lesen
Bern - In den Steuerkonflikten mit den USA und Deutschland schliesst Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf weitere ... mehr lesen
Eveline Widmer-Schlumpf würde eine weitere Strafklage gegen Schweizer Banken in Kauf nehmen.
Botschafter Marcel Stutz und Finanzminister Joe Hockey unterzeichnen die Erklärung.
Botschafter Marcel Stutz und Finanzminister Joe Hockey ...
Botschafter Marcel Stutz in Canberra  Sydney/Bern/Canberra - Die Schweiz und Australien wollen in Steuersachen gegenseitig den automatischen Informationsaustausch einführen. Botschafter Marcel Stutz und der australische Finanzminister Joe Hockey haben am Dienstag in Canberra eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. 
Bankgeheimnis für Ausländer vor dem Fall Bern - Paradigmenwechsel für die Schweiz: Für ausländische Bankkunden gilt das steuerliche Bankgeheimnis wohl ... 1
Die politische Diskussion über Informationsaustausch zu Bankdaten mit den Behörden kann beginnen.
Abkommen regelt Steuerfragen  Mailand - Ein Doppelbesteuerungsabkommen sowie eine Roadmap für den Finanz- und Steuerdialog sollen die fiskalischen Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien auf eine neue Grundlage stellen. Die entsprechenden Dokumente wurden am Montag in Mailand von den Finanzministern beider Länder unterzeichnet.  
Schweiz und Italien haben sich im Steuerstreit geeinigt.
Schweiz und Italien einigen sich grundsätzlich im Steuerstreit Bern - Die Schweiz und Italien haben eine grundsätzliche Einigung im Steuerstreit erzielt. Eine Änderung des ...
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2837
    Seit... über 10 Jahren läuft da ein Theaterstück, bei dem im Iran die Politiker ... gestern 15:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1213
    Einverstanden LinusLuchs! Der feine Herr hält feine Reden, aber die Wurzeln des Übels wird er ... Di, 03.03.15 17:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1213
    Keine Vorverurteilungen bitte! KO-Tropfen sind nicht die einzige Droge, mt der man Menschen gefügig ... Mo, 02.03.15 19:56
  • tigerkralle aus Winznau 117
    Frau Spiess Frau Spiess jetzt aber eine Entschuldigung an Herrn Hürlimann,was Sie ... Mo, 02.03.15 17:43
  • antischwurbel aus uetikon 1
    echte information? eine weitere mutlose aktion der atom"aufsicht". schade! was wirklich ... Mo, 02.03.15 16:14
  • LinusLuchs aus Basel 61
    Welche Wurzel, Herr Bundesrat? Terrorismus an der Wurzel bekämpfen. Klingt vernünftig. Und wie geht ... Mo, 02.03.15 14:26
  • Kassandra aus Frauenfeld 1213
    Serbische Asylsuchende wird es bald schon nicht mehr geben, da macht sich der zombie zu ... Mo, 02.03.15 14:20
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2837
    "serbische Asylsuchende" AsylbewerberInnen aus dem EU-Beitrittskandidat Serbien! Und dann ... Mo, 02.03.15 12:36
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DO FR SA SO MO DI
Zürich -4°C -2°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel -4°C -1°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
St.Gallen -3°C 0°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Bern -1°C 3°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Luzern -0°C 3°C bewölkt, wenig Schneefall leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 0°C 5°C leicht bewölkt leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Lugano 7°C 12°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
mehr Wetter von über 6000 Orten