Einfachheit als Erfolgskonzept
Steve Jobs: Leben ohne Bedienungsanleitung
publiziert: Mittwoch, 2. Nov 2011 / 14:46 Uhr
Von iPod über iMac zu iPad - Apple-Geräte überzeugen mit einfachster Bedienung.
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Berlin/Bonn - Der Tod des charismatischen Apple-Chefs Steve Jobs hat eine Diskussion über die künftige Ausrichtung des Konzerns entfacht. Was zweifellos bleiben wird, ist das Bedienkonzept des Hightech-Riesen.

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Zu diesem Schluss kommt die Steve-Jobs-Biografie von Walter Isaacson. Darin wird Bauhausstil-Fan Jobs aus dem Jahr 1983 wie folgt zitiert: «Wir wollen, dass unsere Hightech-Produkte auch so aussehen, und dafür bekommen sie ein Gehäuse mit klaren Linien. Sie werden kompakt sein, weiss und ansprechend, so wie die Elektronik von Braun.»

Apple bietet Gegenentwurf

Das ambitionierte Ziel Apples ist die Einfachheit, wie sie auch im «Museum of Modern Art» repräsentiert ist. «Unser Managementstil, das Produktdesign, die Werbung - alles ist auf Einfachheit zugeschnitten, auf echte Einfachheit.» Das Mantra von Apple blieb immer das der ersten Broschüre: «Einfachheit ist die höchste Form der Raffinesse.» Am wichtigsten sei der Design-Ansatz, dass alles einleuchtend ist. Das macht auch klar, warum Apple mit iPod, iPhone und iPad der Wegbereiter für das mobile Internet und die nächste Stufe der digitalen Revolution war und ist.

«Jobs befand sich immer an der Schnittstelle von Kultur und Technik», schreibt Isaacson. «Am Ende vieler seiner Produktpräsentationen zeigte Jobs eine einfache Folie: Das Bild eines Strassenschildes, das die Kreuzung der Strassen ,Kunst, und ,Technik' darstellte. Genau dort war sein Platz, und deswegen konnte er schon früh so etwas wie den digitalen Knotenpunkt entwerfen.» Ohne Steve Jobs hätte es keinen 3G-Aufschwung, keine App-Economy und auch keine nutzerfreundlichen Smartphones gegeben. Entscheidend dafür ist das radikale Dogma des Apple-Gründers, sind sich viele Markenstrategen und Experten einig.

«Als Perfektionist konnte Jobs keinen Aspekt eines Produkts ausser Acht lassen, von der Hardware bis zur Software, vom Content bis zum Marketing. Beim Heimcomputer kam er mit dieser Strategie nicht gegen diejenige von Microsoft und IBM an, nach der die Hardware eines Unternehmens mit der Software eines anderen Unternehmens genutzt werden konnte und umgekehrt», erklärt Isaacson. Bei Produkten für den digitalen Knotenpunkt jedoch war ein Unternehmen wie Apple, das Computer, Peripheriegeräte und Software als Gesamtpaket betrachtete, im Vorteil, heisst es in der Biografie. Kritiker sehen darin aber ein grosses Manko.

Technik kein Selbstzweck

Unbestritten hingegen ist, dass Jobs zu den wenigen Persönlichkeiten der Technologieszene gehört, die erkannt haben, dass man Kunden nicht mehr mit aufgeblähten Funktionalitäten belästigen darf. «Der Apple-Konzern betrachtet Technik nicht als Selbstzweck. Er stellt sie nur unauffällig bereit», so der Schweizer Innovationsberater Bruno Weisshaupt. Nicht das Gerät stehe im Vordergrund, sondern der Nutzen: «Diese Lektion hat Apple gelernt. Ein gut funktionierendes Produkt kann nicht gelingen, wenn Software und Hardware nicht zusammenspielen. Alles, was Apple auf den Markt bringt, entsteht durch ein holistisches Konzept und durch völlige Abkehr von klassischer Produktentwicklung.»

Im Unterschied zu Microsoft und Google hat Apple eine klare «Theorie vom Gesamtprodukt», erläutert Jay Elliot, ehemaliger Senior Vice President von Apple: Wer mit technischen Produkten Erfolg haben wolle, sollte die Hardware und die Software entwickeln. Hier liege die Schwäche von Open-Source-Produkten. Zu einem ähnlichen Urteil kommt Weisshaupt: Hardware bleibe für die Kundenbindung nach wie vor wichtig, was Apple täglich unter Beweis stelle. Worauf es ankomme, sei die Konfiguration von Endgeräten und Anwendungen.

«Nicht nur Apps regieren die Welt. Man braucht auch ein physisches Gesicht gegenüber den Kunden. Für Google sind viele asiatische Hersteller, die auf das Android-Betriebssystem setzen, gar nicht so wichtig. Viel spannender ist es doch, die Wertschöpfung auch in der Hardware zu haben», sagt Weisshaupt. Die Nutzer des Android-Betriebssystems von Google müssten flexibel sein - und die Hersteller und Softwareentwickler auch. Die Geräte an den Android-Wildwuchs anzupassen ist nicht minder komplex als der technische Aufwand, die Apps fortlaufend auf die Vielzahl unterschiedlicher Betriebssystemvarianten abzustimmen.

(dyn/pte)

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