Stichwahl in Finnland
publiziert: Sonntag, 29. Jan 2006 / 09:00 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Jan 2006 / 14:46 Uhr

Helsinki - Bei der Stichwahl um das Amt des Staatsoberhauptes in Finnland hat sich ein Kopf-an-Kopf- Rennen zwischen der amtierenden Präsidentin Tarja Halonen und ihrem Herausforderer Sauli Niinistö abgezeichnet.

Tarja Halonen holte im ersten Durchgang klar die meisten Stimmen.
Tarja Halonen holte im ersten Durchgang klar die meisten Stimmen.
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Nachdem letzte Umfragen die Sozialdemokratin und den konservativen Oppositionskandidaten fast gleichauf gesehen hatten, galt eine hohe Stimmbeteiligung als ausschlaggebend für die Wiederwahl Halonens.

Wie das Innenministerium in Helsinki mitteilte, hatten 35 Prozent der 4,3 Millionen Stimmberechtigten vorab per Post abgestimmt. Das war ein leicht höherer Anteil als beim ersten Wahlgang mit insgesamt acht Kandidaten vor zwei Wochen.

Aus verschiedenen Städten wurden bis zum Nachmittag bei strenger winterlicher Kälte unterschiedliche Tendenzen zur Wahlbeteiligung gemeldet.

Zu wenig Anhänger mobilisiert

Die mit 73,8 Prozent im ersten Durchgang überraschend niedrige Beteiligung galt als wichtige Ursache für das schwache Abschneiden von Halonen.

Nach einhelliger Meinung von Wahlanalytikern konnte die 62-jährige Präsidentin wegen ihrer haushohen Favoritenstellung zu wenige Anhänger für die Stimmabgabe mobilisieren.

Die Sozialdemokratin lag mit 46,3 Prozent zwar deutlich vor dem zweitplatzierten Niinistö mit 26 Prozent. Sie verfehlte aber die als sicher erwartete absolute Mehrheit klar.

Sechsjährige Amtszeit

Im Wahlkampf vor der Stichwahl konnte der 57-jährige Niinistö nach Umfragen auch den Löwenanteil des Stimmenanteils von 18,6 Prozent für den liberalen Ministerpräsident Matti Vanhanen an sich ziehen.

Das Staatsoberhaupt wird in Finnland für eine sechsjährige Amtszeit und seit 1994 direkt von der Bevölkerung gewählt.

Seine früher auch innenpolitisch weitgehenden Kompetenzen wurden erheblich eingeschränkt. Die Juristin Halonen kam 2000 als erste Frau ins höchste Staatsamt.

(rr/sda)

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