Stier stürmt Tribüne - 40 Zuschauer verletzt
publiziert: Donnerstag, 19. Aug 2010 / 09:27 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 19. Aug 2010 / 19:29 Uhr
Ein Kampfstier stürmt die Zuschauertribüne und verletzt mehrere Menschen.(Archivbild)
Ein Kampfstier stürmt die Zuschauertribüne und verletzt mehrere Menschen.(Archivbild)

Madrid - Ein wild gewordener Stier hat die Zuschauertribüne einer Stierkampfarena in Nordspanien gestürmt und im Publikum eine Panik ausgelöst. Mehr als 40 Zuschauer wurden verletzt.

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Das Tier hatte in der Mitte der Arena der Stadt Tafalla in der Region Navarra Anlauf genommen. Dann wuchtete es sein Körpergewicht von 500 Kilogramm im Stil eines Turnierpferds über die Balustrade.

«Quesero» (der Käsige), wie der Stier hiess, lief auf der voll besetzten Tribüne mehrere Stufen empor und rannte alle Menschen über den Haufen, die sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnten. Die Zuschauer sprangen in panischer Angst zur Seite. Viele der 3500 Besucher kletterten über die Barriere in die Arena.

Ein Ex-Torero unter den Zuschauern machte sich daran, den Stier zu bändigen. Beherzte junge Männer sprangen ihm bei. Sie überwältigen das Tier und fesselten es mit einem Seil. «Quesero» musste seinen Sturmlauf über die Ränge mit dem Leben bezahlen. Er bekam einen Dolchstoss in den Nacken versetzt.

10-jähriger Junge schwer verletzt

Wie die Behörden am Donnerstag mitteilten, erlitt bei dem Zwischenfall am Vorabend ein zehnjähriger Junge schwere innere Verletzungen. Er war von flüchtenden Zuschauern in seinen Sitz gedrückt worden. Ein 47-Jähriger wurde durch einen Hornstoss des Tieres schwer verletzt. Die anderen Opfer kamen mit leichteren Blessuren davon. Bei keinem der Verletzten bestand Lebensgefahr.

Paradoxerweise hatte der Stier an dem angesetzten Stierkampf gar nicht teilnehmen sollen. Die Tierärzte hatten ihn als «untauglich» zurückgewiesen. Gerade als er aus der Arena abtransportiert werden solle, setzte er zu seinem Sprung auf die Ränge an - als wollte er die Mediziner eines Besseren belehren.

Seltener Fall

Nach Angaben von Experten ist es äusserst ungewöhnlich, dass ein Kampfstier aus der Arena in die Publikumsränge springt. «So etwas passiert ein Mal bei einer Million Stierkämpfen», sagte der Rinderzüchter Jesús Macua der Zeitung «Diario de Navarra». «Da kann man niemandem die Schuld geben.»

In Spanien wird derzeit lebhaft über den Stierkampf debattiert, nachdem die Region Katalonien ihn Ende Juli verboten hatte. Katalonien brach als erste spanische Region mit der jahrhundertealten Tradition.

(ade/sda)

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Es ist unglaublich, dass es so etwas in der heutigen Zeit überhaupt noch gibt. Wir alle sollten Spanien boykottieren, bis sie diesen barbarischen Unfug stoppen. Kämpfe zwischen Mensch und Tier, sowie auch zwischen Tieren zu Showzwecken sollten weltweit verboten sein!
Die Zuschauer sind selber schuld.
Fast 1.500 Stierkämpfe finden jährlich statt. 31.000 Tiere werden alleine in Spanien auf die Quälerei in den Arenen vorbereitet. Und dabei verdienen die Züchter kräftig - der EU sei dank. Denn die greift den Züchtern mit sogenannten Sonderprämien für männliche Rinder unter die Arme. Gelder, die eigentlich als Ausgleichszahlungen für den gesunkenen Marktpreis von Rindern gedacht waren. Auch Kampfstierzüchter können diese Bestandsprämien beantragen. Nach Berechnungen einer dänischen Zeitung unterstützt die EU die spanischen Stierkämpfe mit 8,2 Millionen Euro. Stierkampf ist grausamer Tiermord. Wer dafür Geld ausgibt, wird mitschuldig !
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