Stiller Berner Ostermarsch gegen den Krieg
publiziert: Montag, 21. Apr 2003 / 19:55 Uhr

Bern - Mehrere hundert Menschen haben in Bern an einem Ostermarsch teilgenommen. An der Veranstaltung, die unter dem Motto Eine friedliche Welt ist möglich stand, wurden die USA zur sofortigen Beendigung ihrer Besetzung Iraks aufgerufen.

Bern.
Bern.
Die reformierte und römisch-katholische Kirche, das Bündnis Jugend gegen Krieg und das Antikriegskomitee Bern hatten zum stillen Protestspaziergang aufgerufen. Nach Schätzungen der Veranstalter kamen diesem Aufruf über 1000, nach Polizeiangaben über 500 Menschen nach.

Zum Auftakt der Veranstaltung fand am Morgen auf dem Campingplatz Eichholz vor den Toren Berns ein Eiertütschen statt. Nach ersten Musikdarbietungen und Reden brachen die Demonstranten - unter ihnen viele Familien - zu einem zweistündigen Marsch entlang der Aare in die Berner Innenstadt auf.

Kurz nach Mittag fanden sich die Marschierenden auf dem Münsterplatz zur Schlusskundgebung ein. Viele hatten sich eine regenbogenfarbene Friedensfahne umgebunden oder schwenkten eine solche über ihren Köpfen.

Lasst uns die Sprache der Solidarität, der Hoffung und des Glaubens an die Liebe Gottes sprechen, rief Synodalrätin Pia Grossholz von den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn die Anwesenden auf.

Der Exiliraker Abdullah Suker Al-Ghazali seinerseits wandte sich mit einem Appell an die Vereinigten Staaten: Die USA tun gut daran, der Besetzung des Iraks ein rasches Ende zu setzen. Denn das irakische Volk hat genug davon, gegen seinen Willen regiert, unterdrückt und terrorisiert zu werden.

Zwar sei der Sturz Saddam Husseins ein Segen fürs irakische Volk. Doch sollten die Amerikaner Irak als ihr Protektorat betrachten, so kommt das irakische Volk nur vom Regen in die Traufe, sagte Al-Ghazali, Präsident der Organisation Irakische Emigranten in der Schweiz.

Daniel Mullis vom Bündnis Jugend gegen Krieg erinnerte daran, dass nicht Bush alleine diesen Krieg führt. Vielmehr sei auch die Schweiz mit ihrer Rüstungsindustrie in diesen Krieg verwickelt. So machten etwa die bundeseigenen Rüstungsbetriebe RUAG ein blutiges, aber lukratives Geschäft mit dem Tod, kritisierte Mullis.

Der Export von Waffen müsse sofort verboten werden, forderte Mullis. Für den 1. Mai kündigte er eine Blockade des RUAG-Hauptsitzes in Bern an.

(bert/sda)

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