«Weitreichende Strafen»
Strafe für Doper, Schutz für saubere Athleten
publiziert: Sonntag, 15. Nov 2015 / 23:43 Uhr
Thomas Bach fordert nun Massnahmen für einen sauberen Sport. (Archivbild)
Thomas Bach fordert nun Massnahmen für einen sauberen Sport. (Archivbild)

Der IOC-Chef Thomas Bach war tief geschockt über die Dimensionen des Dopingskandals im russischen Sport. Die Krise kann gemeistert werden, glaubt der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees , «aber nicht unbeschadet».

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Bach forderte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa harte Sanktionen gegen aktiv Beteiligte und Hintermänner im russischen Dopingskandal. Die Politik sei klar: «Strafe für die Gedopten und ihre Hinterleute, Schutz für die sauberen Athleten. Und das muss für alle weltweit gelten.» Das IOC werde nicht zögern, «weitreichende Strafen gegen die Betroffenen - insbesondere den Ausschluss von zukünftigen Olympischen Spielen - zu verhängen», sagte der frühere Fecht-Olympiasieger am Sonntag.

«Nun müssen alle Massnahmen eingeleitet werden, damit der russische Leichtathletik-Verband gesäubert wird - man kann das nicht anders ausdrücken. Es muss dafür gesorgt werden, dass die russische Anti-Doping-Agentur und das Moskauer Kontroll-Labor wieder regelkonform werden. Hier ist die WADA gefordert, alle möglichen Massnahmen einzuleiten. Gleiches gilt für die IAAF in Bezug auf den russischen Leichtathletik-Verband», fügte Bach hinzu. Um die Dopingbekämpfung noch wirksamer zu machen, habe das IOC vor einigen Wochen vorgeschlagen, das Anti-Doping-System von den Sportorganisationen unabhängig zu machen.

Kontrolle weiterer Länder und Sportarten

Der Schaffhauser Hansjörg Wirz, der zwischen 1999 und 2015 16 Jahre lang den europäischen Leichtathletik-Verband (EAA) präsidiert hatte, zeigte sich von den Vorgängen in Russland überrascht. «Unser Kampf gegen Doping hatte sich gegen Einzelpersonen gerichtet. Die Zeiten wie im Kalten Krieg, als Staaten Doping für ihre Aussendarstellung missbrauchten, glaubten wir überwunden zu haben», sagte der 72-Jährige im «sportpanorama». Wirz folgerte aus den Vorfällen ebenso wie der zugeschaltete Dopingexperte Matthias Kamber, «dass sich in Russland der Dopingmissbrauch nicht auf die Leichtathletik beschränkt.» Kamber forderte, auch andere Leichtathletik-Nationen unter die Lupe zu nehmen.

Ein Rückkehr Russlands in der Leichtathletik für Rio 2016 hält Wirz für möglich. «Das wird aber nicht ein Hosensack-Geschäft». Das IOC und die WADA würden auch ein Wort mitreden. Russlands Verband werde nun eine Liste von noch zu definierenden Aufgaben zu erfüllen haben, die auch überprüfbar seien.

(bert/Si)

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