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Strahlungsanstieg stoppt Wasser-Reinigung in Fukushima
publiziert: Sonntag, 19. Jun 2011 / 19:13 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 19. Jun 2011 / 21:52 Uhr
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Das Wasser ist stark verstrahlt.
Das Wasser ist stark verstrahlt.

Tokio/Wien - Die Arbeiten am japanischen Unglücks-AKW Fukushima haben am Wochenende einen neuen Rückschlag erlitten. Die ohnehin verzögerte Reinigung von radioaktivem Wasser musste nach wenigen Stunden wegen eines starken Anstiegs der Strahlung wieder unterbrochen werden.

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Der Grund für die erhöhte Radioaktivität sei unklar, vermutlich könne das Verfahren jedoch innerhalb einer Woche wieder aufgenommen werden, sagte ein Sprecher von Betreiber Tepco am Samstag. Das Wasser soll dekontaminiert werden, um es danach wieder für die Kühlung der Brennstäbe in dem havarierten Reaktor einzusetzen.

In dem havarierten Meiler befinden sich gegenwärtig rund 110'000 Tonnen hochverseuchtes Wasser. Nun wird der Platz langsam knapp, denn Tepco muss zur Kühlung der beschädigten Reaktorblöcke weiterhin grosse Mengen Wasser einleiten.

"Wenn wir die Prozedur nicht innerhalb einer Woche wieder in Gang bringen können, werden wir Probleme bekommen, das kontaminierte Wasser unterzubringen", sagte der Sprecher. Anfang April hatte Tepco rund 10'000 Tonnen ins Meer abgelassen. Dies führte zu Kritik der Nachbarländer China und Südkorea.

Zweiter Reaktor soll geöffnet werden

Der Reaktor war bei dem schweren Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami am 11. Mai schwer beschädigt werden. Die Reinigung des Wassers ist einer von vielen Schritten bei dem Versuch, das Kraftwerk zu stabilisieren.

Ab Sonntagabend öffnete Tepco zudem einen zweiten Reaktor für Reparaturmassnahmen. Arbeiter sollten Messgeräte überprüfen und möglicherweise Stickstoff einbringen, um eine Explosion zu verhindern. Tepco habe begonnen, die Doppeltür des Reaktors ganz langsam zu öffnen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

IAEA kritisiert Japans Regierung

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) kritisierte in einem Bericht die Reaktion der japanischen Regierung nach dem Atomunfall. Das Land hätte nach der Katastrophe auf ein von der IAEA vorgesehenes Übereinkommen für Hilfsleistungen zurückgreifen müssen, schreibt die Behörde in einem Bericht, der am Montag an einer Konferenz zur Atomsicherheit in Wien vorgestellt werden soll.

Die japanische Bevölkerung steht der Atomkraft seit der Atomkatastrophe skeptisch gegenüber. Gemäss einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage sprechen sich 82 Prozent der Japaner für einen Ausstieg aus der Atomenergie aus. Die Regierung von Ministerpräsident Naoto Kan hat eine Energiewende angekündigt und will künftig mehr auf erneuerbare Energien setzen.

(fest/sda)

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