Strassenmagazin vor dem Aus
publiziert: Montag, 23. Okt 2006 / 12:17 Uhr / aktualisiert: Montag, 23. Okt 2006 / 13:45 Uhr

Zürich - Weil die Betreuung der Verkaufenden immer mehr kostet, fehlen dem Strassenmagazin «Surprise» in diesem Jahr rund 200 000 Franken.

«Surprise» bot 700 Arbeitslosen im letzten Jahr einen Job.
«Surprise» bot 700 Arbeitslosen im letzten Jahr einen Job.
Wird kein Geld gefunden, droht ein drastischer Abbau oder gar das Aus.

«72 Prozent unserer Verkaufenden sind Sozialhilfebezüger», sagte Michele Alvaro, Geschäftsführer des Strassenmagazins, vor den Medien in Zürich.

Den Menschen auf der Strasse gehe es wegen dem Sozialhilfeabbau heute schlechter. «Immer mehr Verkaufende sind Asylbewerber, IV-Bezüger und vor allem auch Jugendliche», sagte er.

Teure Betreuung

«Diese Leute brauchen von uns als Arbeitgeber eine intensivere Betreuung.» Sie müssten ermutigt und begleitet werden, bräuchten Gespräche sowie Hilfe bei Behördengängen und Alltagsproblemen. Der Basisaufwand für diese Betreuung kostet «Surprise» 280 000 Franken. Dazu kommen 335 000 Franken für Projekte - diese finanzieren sich jedoch selbst.

Trotz stagnierendem Umsatz erwirtschafte das Magazin einen Gewinn von 80 000 Franken mit dem Heftverkauf, sagte Alvaro. Dieser wird dann auch für die Betreuung eingesetzt. Für die fehlenden 200 000 Franken sind die «Surprise»-Verantwortlichen jedoch auf Spenden und zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen.

Erste Sparmassnahmen eingeleitet

Die Situation sei gravierend. Entweder wachse das Magazin weiter, denn der jetzige Betreuungsaufwand könne nur mit noch höheren Einnahmen aus dem Strassenverkauf gedeckt werden. «Oder sonst müssen wir das Projekt verkleinern oder gar aufgeben», sagte Alvaro. «Das möchte ich aber nicht verantworten müssen.»

«Die Situation spitzte sich im letzten Jahr zu», sagte Alvaro. Deshalb traf «Surprise» bereits erste Sparmassnahmen. So wurden im Management sowie im administrativen und redaktionellen Bereich Budgets gekürzt. «Zudem haben wir begonnen, Spender direkt anzugehen.» Bis jetzt kam das Strassenmagazin ohne öffentliche Unterstützung aus.

Jobs für 700 Arbeitslose

«Surprise» bietet 700 Arbeitslosen einen Job. 140 konnten sich im letzten Jahr persönlich weiterentwickeln. 24 fanden mit Hilfe von «Surprise» sogar Arbeit in der freien Marktwirtschaft. Die Verkaufenden erwirtschafteten 2,2 Millionen Franken. Die Hälfte des Erlöses, also 1,1 Millionen Franken, floss direkt in ihre Taschen.

(bert/sda)

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