Streik bei AOM-Air Liberté: Hälfte der Flüge ausgefallen
publiziert: Mittwoch, 23. Mai 2001 / 15:38 Uhr

Paris - Die Beschäftigten der angeschlagenen französischen Fluggesellschaften AOM und Air Liberté haben am Mittwoch gestreikt. Sie protestierten gegen den Anfang Woche vorgestellten Restrukturierungsplan, wonach ein Drittel der Stellen gestrichen werden soll.

Dem Streikaufruf der Gewerkschaften sei «eine sehr grosse Zahl von Angestellten» gefolgt, sagte eine Unternehmenssprecherin. «Alle unsere Mittel- und Langstreckenflüge mussten abgesagt werden.» Von einem Erfolg sprachen auch Gewerkschaftsvertreter.

«Das war der grösste Streik, den wir je hatten», sagte Gilles Nicoli, Mitglied des Gewerkschaftsdachverbands CFDT, gegenüber der Nachrichtenagentur sda. «Wir streikten nicht, um die Fluggäste zu schikanieren, aber wir hatten keine andere Möglichkeit, um auf uns aufmerksam zu machen.»

Auf dem Flughafen Paris-Orly fand am Mittwochnachmittag eine Protestkundgebung statt. Anschliessend zogen die Demonstranten vor den nahegelegenen Sitz von AOM. Ein Vertreter der Pilotengewerkschaft forderte, dass sich die Regierung im Interesse der nationalen Luftverkehrsbranche in den Fall einschalte.

Protest gegen Restrukturierung

Die Angestellten wehren sich gegen die von Air Liberté-Chef Marc Rochet vorgesehene Restrukturierung. Diese sieht den Abbau von über 1300 Stellen vor. Zudem sollen die meisten innerfranzösischen Flüge aufgeben werden. Bei den Mittel- und Langstrecken sollen unrentable Routen wegfallen.

Rochet verhalte sich nicht wie ein Sozialpartner, kritisierten die Gewerkschaften. Seine Vorschläge seien «absolut untragbar». Die Gewerkschaften wollen auch die Swissair Group nicht schonen, die mit 49,5 Prozent an den französischen Gesellschaften beteiligt ist. Rochet sei schliesslich auch von der Swissair eingesetzt worden.

Die Swissair hat sich bereit erklärt, unter bestimmten Bedingungen einen Restrukturierungsplan mitzufinanzieren. Danach will die Fluggesellschaft so rasch wie möglich aus der Beteilung aussteigen.

(kil/sda)

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