Streik bei britischer Feuerwehr ruft Armee auf den Plan
publiziert: Donnerstag, 14. Nov 2002 / 09:00 Uhr

London - Wegen eines Streiks der Feuerwehr haben in Grossbritannien die Armee und Notfall- und Rettungsdienste die Brandbekämpfung übernommen. Nach Angaben der Behörden verlief die erste Nacht des vorläufig 48-stündigen Streiks ohne grössere Zwischenfälle.

Englische Feuerwehrleute im Streik.
Englische Feuerwehrleute im Streik.
Bei Hausbränden starben drei ältere Menschen. Ein direkter Zusammenhang zwischen den Todesfällen und dem seit gestern Abend laufenden Streik besteht nach offiziellen Angaben nicht.

Bei einem der Brände verliessen Mitglieder der Feuerwehrgewerkschaft FBU ihre Streikposten, um Hilfe zu leisten, berichtete der Sender BBC am Donnerstagmorgen.

Landesweit waren statt der normalerweise 56 000 Feuerwehrleute knapp 30 000 Soldaten und Angehörige der Hilfsfeuerwehren im Einsatz. Ihnen standen statt der sonst 3000 modernen Feuerwehrfahrzeuge nur 827 altmodische Militärfeuerwehren aus den 50er Jahren zur Verfügung.

Die so genannten Green Goddesses (Grünen Göttinnen) waren zuletzt beim letzten Feuerwehrstreik 1977 eingesetzt worden. Bei einem Autobrand in Liverpool brauchten die erst seit wenigen Wochen trainierten Soldaten 20 Minuten, um Wasser in die Schläuche zu bekommen, berichtete die BBC.

In London waren statt der üblichen 175 Feuerwehren 90 Armeefahrzeuge im Einsatz. Die Arbeit von normalerweise 114 Feuerwehrstationen wurde in der Hauptstadt von 28 Sonderstationen übernommen.

Unsere erste Priorität ist, Leben zu retten. Wir können nur unser Bestes tun. Die reguläre Feuerwehr können wir nicht ersetzen, sagte Brigadegeneral Roger Brunt nach der ersten Einsatznacht. Der Streik, mit dem die FBU Lohnforderungen von 40 Prozent durchsetzen will, soll noch bis Freitagabend dauern.

(bert/sda)

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