Streit in Rom wegen Berlusconis Anti-Mafia-Strategie
publiziert: Mittwoch, 15. Okt 2003 / 13:09 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Okt 2003 / 13:35 Uhr

Rom - In Italien ist ein heftiger Streit um die Strategie der Regierung gegen die Mafia ausgebrochen. Dank Ministerpräsident Silvio Berlusconi brauche die Mafia in Italien keine Angst mehr zu haben, sagte Luciano Violante, Fraktionschef der Linksdemokraten.

Luciano Violante, Fraktionschef der italienischen Linksdemokraten und scharfer Berlusconi-Kritiker.
Luciano Violante, Fraktionschef der italienischen Linksdemokraten und scharfer Berlusconi-Kritiker.
Violante war früher Staatsanwalt und Chef der parlamentarischen Anti-Mafia-Kommission. Innenminister Giuseppe Pisanu kritisierte Violantes Worte.

Seine Aussagen sind absolut unbegründet, denn die Regierung Berlusconi hat den Kampf gegen die Mafia und das organisierte Verbrechen wesentlich verstärkt. Allein in diesem Jahr wurden 6800 Mafiosi festgenommen, darunter 230 Personen, die seit Jahren flüchtig waren, sagte Pisanu.

Der Sprecher der Berlusconi-Partei Forza Italia in der Abgeordnetenkammer, Sandro Bondi, bekundete, dass seine Parlamentarier alle Treffen boykottieren werden, an denen Violante anwesend sein werde.

Derweil setzte die spanische Justiz ihre Ermittlungen gegen Berlusconi wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung bis auf weiteres aus. Die Richter am spanischen Verfassungsgericht begründeten ihre Entscheidung damit, dass Berlusconi als Regierungschef durch seine Immunität vor einer Strafverfolgung geschützt sei.

(fest/sda)

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