Streit um Monets «Mohnfeld bei Vétheuil»
publiziert: Donnerstag, 1. Nov 2012 / 23:25 Uhr
Claude Monets «Mohnfeld bei Vétheuil». (Ausschnitt)
Claude Monets «Mohnfeld bei Vétheuil». (Ausschnitt)

Zürich - Claude Monets Bild «Mohnfeld bei Vétheuil» ist erneut in die Schlagzeilen geraten. 2008 war es bei einem spektakulären Raub in Zürich gestohlen worden, nun streiten sich die heutige Besitzerin, die Stiftung Sammlung E.G. Bührle, und Nachkommen des ehemaligen Besitzers, Max Emden.

Japanische Kunst & Antiquitäten
1 Meldung im Zusammenhang
Das Bild befand sich in der Sammlung des deutschen Kaufhaus-Königs Max Emden. Dieser emigirierte von Hamburg ins Tessin, wo er die Brissago-Inseln kaufte. Nach seinem Tod 1940 erbte sein einziger Sohn Hans Erich alles.

1941 emigrierte Hans Erich Emden nach Chile. Seine Flucht dorthin soll er sich weitgehend mit dem Verkauf von Werken aus der Sammlung finanziert haben. In diesem Kontext gelangte das Bild «Mohnfeld bei Vétheuil» an einen St.Galler Kunsthändler. Später kaufte es Emil Bührle laut Angaben der Bührle-Stiftung «für einige zehntausend Franken». Heute wird sein Wert auf 25 Millionen geschätzt.

Worum genau gestritten wird, war an einer Medien-Konferenz des Emden-Anwalts im Anschluss an ein Gespräch mit Vertretern der Bührle-Stiftung am Donnerstag in Zürich nicht zu erfahren. «Es hat ein produktiver Gedankenaustausch stattgefunden», sagte Anwalt Markus H. Stötzel.

Stötzel zeigte sich zuversichtlich für ein weiteres Gespräch, das in den nächsten vier bis sechs Wochen stattfinden soll. Nach Ansicht der Familie Emden gebe es Lücken in der Provenienzgeschichte des Bildes und bei den Kaufumständen. Der Familie sei an Transparenz gelegen.

Bührle: Emden war nicht zum Verkauf genötigt

Wie die Bührle-Stiftung mitteilte, blieb Juan Carlos Emden - der Enkel von Max Emden - im Gespräch «mit seinen konkreten Ansprüchen im Unklaren». Das Gespräch habe Emden jedoch gefordert mit dem Hinweis, er werde der Stiftung neue Erkenntnisse zum Erwerb des Bildes durch Emil Bührle präsentieren.

Emden habe aber keine Erkenntnisse präsentiert, sondern die Einsetzung eines Schiedsgerichts vorgeschlagen. Allerdings ohne darzulegen, auf welcher Grundlage das Schiedsgericht die Angelegenheit beurteilen soll.

Dagegen verfüge die Stiftung über neue historische Fakten und Unterlagen. Diese würden abschliessend belegen, dass Hans Erich Emden zum Zeitpunkt des Verkaufes des Bildes «über erhebliche finanzielle Mittel verfügte, dass er sich dieser frei bedienen konnte und bediente». Von einem Verkauf unter Druck und unter Preis kann demnach keine Rede sein.

Aus den Unterlagen gehe hervor, «dass der Verkauf planmässig, mittels professioneller Beratung eines angesehenen Kunsthändlers und zu einem marktüblichen und gar hohen Verkaufspreis erfolgte».

Bührle-Stiftung sieht sich als rechtmässige Besitzerin

E.G. Bührle und später die Stiftung wurden gemäss Mitteilung «somit rechtmässige und legitime Eigentümer». Die Stiftung werde das Bild als Teil ihrer Sammlung im Erweiterungsbau des Kunsthauses einem breiten Publikum zugänglich machen können.

Die Stiftung habe sich bereit erklärt, dem Emden-Anwaltsteam diese neuen Erkenntnisse und Unterlagen, die alle in öffentlich zugänglichen Archiven der USA aufbewahrt werden, zugänglich zu machen.

Die Familie Emden kämpft seit einigen Jahren weltweit bei verschiedenen Museen und Kunstsammlungen für Restitutionszahlungen für sogenannte Fluchtkunst. Dabei handelt es sich um Werke, die von ihren Besitzern in einer Notlage zu marktunüblichen Preisen verkauft wurden.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Noch vor dem «Knaben mit der roten Weste» ist auch «Ludovic Lepic und seine Töchter» in der Sammlung Bührle in ... mehr lesen
Lukas Gloor, der Direktor der Bührle-Sammlung, an der Medienkonferenz.
Japanische Kunst & Antiquitäten
Galerie für zeitgenössische Kunst
Die Veranstaltung war auch in diesem Jahr sehr gut besucht.
Die Veranstaltung war auch in diesem Jahr sehr gut besucht.
Groses Spektakel  Basel - Die neunte Ausgabe des Militärmusik-Spektakels Basel Tattoo ist zu Ende. An der Dernière erlebten die Zuschauer ein Überflug des PC-7-Staffelteams der Schweizer Luftwaffe. Insgesamt besuchten 120'000 Militärmusikfans die fünfzehn Vorstellungen. 
art-tv.ch «The Place We Live» ist eine Retrospektive des Schaffens von Robert Adams (*1937). Hauptthema der Schwarzweiss-Fotografien sind die ... mehr lesen  
Handelt es sich um NS-Raubkunst?
Münchner Kunstfund  München - Bei der Auflösung von Cornelius Gurlitts Schwabinger Wohnung sind weitere Kunstwerke ...  
Das Kunstmuseum wird wohl schon bald Schauplatz für die Sammlung von Gurlitt sein. (Archivbild)
Gurlitt-Sammlung kommt ins Kunstmuseum Bern Bern - Der verstorbene Kunstsammler Cornelius Gurlitt hat dem Berner Kunstmuseum seinen millionenschweren Bilderschatz vermacht. ...
Titel Forum Teaser
  • BigBrother aus Arisdorf 1443
    wer definiert den Begriff ’Kunst’? Unter dem Begriff ’Kunst’ ist vieles möglich und ... Fr, 20.06.14 11:05
  • keinschaf aus Wladiwostok 2501
    Gesellschaftlicher Zusammenhalt? Geld verteilen für - Übersetzungen - Musikunterricht - ... Mi, 28.05.14 18:18
  • thomy aus Bern 4128
    Schade, dass das Schwezer Fernsehen ... ... immer wieder solch dubiosen Leuten, wie dieser JetSet Lady, ein ... Mi, 28.05.14 11:59
  • keinschaf aus Wladiwostok 2501
    Diktatur der Toleranz Der Artikel beginnt sehr gut. Was geht uns diese Wurst an? NIchts, sie ... Sa, 17.05.14 01:37
  • keinschaf aus Wladiwostok 2501
    R.I.P.! Ein toller Kumpel, Gastgeber, Geschichtenerzähler, Fantast und ... Di, 13.05.14 16:25
  • JasonBond aus Strengelbach 4113
    Es geschehen noch Wunder A: San Marino. Verdient endlich im Final, wo es schon 2013 absolut ... Fr, 09.05.14 12:19
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2327
    Solchen... "Komikern" ist das Feld nicht kampflos zu überlassen. Man sollte diese ... Sa, 08.02.14 12:41
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2327
    Quenelle "quenelle"-Gruss. Dieser erinnert an den Hitlergruss" Wen interessiert ... Di, 04.02.14 11:37
art-tv.ch «My Fair Lady» auf der Walensee-Bühne in Walenstadt Das weltberühmte Erfolgsmusical «My Fair ...
Felix Steinbild
news.ch hört sich jede Woche für Sie die interessantesten neuen CDs an und stellt sie Ihnen hier ausführlich vor.


Online hören

Play
PlayerEQ
Mit Flash Player hören
Mit dem eigenen Player hören

Jetzt läuft

timer

Letzte 10 Titel

timer
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
DI MI DO FR SA SO
Zürich 14°C 19°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
Basel 14°C 19°C bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen bewölkt, Regen
St.Gallen 14°C 23°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen bedeckt, wenig Regen
Bern 15°C 25°C bewölkt, Gewitter, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Luzern 15°C 25°C leicht bewölkt, Gewitter, starker Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Genf 16°C 24°C bewölkt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen bedeckt, Regen
Lugano 18°C 27°C bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten