Umstrittene Neuauszählung
Streit um Wählerstimmen in Afghanistan
publiziert: Sonntag, 3. Aug 2014 / 10:08 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 3. Aug 2014 / 21:03 Uhr
Afghanistan: In der ersten Wahlrunde Anfang April hatte Abdullah (Bild) noch deutlich vor Ghani gelegen.
Afghanistan: In der ersten Wahlrunde Anfang April hatte Abdullah (Bild) noch deutlich vor Ghani gelegen.

Kabul - Der Streit um die Formalitäten bei der Stimmen-Neuauszählung zur Präsidentschaftswahl in Afghanistan ist beigelegt. Der ehemalige Aussenminister und Präsidentschaftskandidat Abdullah Abdullah und sein Team nehmen ab Montag wieder am Verfahren zur Neuauszählung teil.

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Abdullahs Mitarbeiter hätten die UNO-Mission UNAMA am Sonntag informiert, dass sie ab «morgen wieder am Überprüfungsprozess teilnehmen», hiess es in einer Erklärung der UNAMA. Die Neuauszählung war am Sonntag zunächst ohne die Beobachter Abdullahs weitergegangen.

Die Abgesandten des früheren Aussenministers, der laut der ersten Auszählung bei der Präsidentschaftswahl unterlag, waren am Samstag nicht zum vereinbarten Auszählungstermin erschienen. Abdullahs Sprecher Mudschib Rahman Rahimi sagte zur Begründung, seine Delegation wolle Kriterien durchsetzen, mit denen möglichst viele Stimmen als ungültig gewertet würden.

Am Sonntag hiess es dazu von Seiten der UNAMA, in mehreren Punkten sei nun Einigkeit erzielt worden; Einzelheiten wurden nicht genannt.

Mehr als acht Millionen Stimmen

Es geht um eine neuerliche Auszählung aller mehr als acht Millionen Stimmen der Stichwahl vom 14. Juni. Abdullah hatte geltend gemacht, dass sein Rivale, der frühere Finanzminister Aschraf Ghani, durch Fälschungen «im industriellen Ausmass» begünstigt worden sei.

Die politische Lage in Afghanistan ist seit Wochen angespannt. In der ersten Wahlrunde Anfang April hatte Abdullah noch deutlich vor Ghani gelegen.

Unter Vermittlung von US-Aussenminister John Kerry einigten sich die beiden Politiker Mitte Juli auf eine vollständige Neuauszählung aller Stimmen, stritten danach aber weiter über das genaue Vorgehen.

Der scheidende Staatschef Hamid Karsai hatte bei der Wahl nach zwei Amtszeiten nicht erneut antreten dürfen. Die ursprünglich für den 2. August geplante Amtseinführung seines Nachfolgers wurde auf unbestimmte Zeit verschoben.

(bert/sda)

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