Strengere Regeln bei Psychotherapien
publiziert: Freitag, 22. Dez 2006 / 16:18 Uhr

Bern - Die Krankenkassen müssen Psychotherapien, die länger als 10 Sitzungen dauern, nicht mehr in jedem Fall bezahlen. Das Eidg. Departement des Innern (EDI) hat die Neuregelung für die Vergütung der Psychotherapie auf den 1. Januar in Kraft gesetzt.

Es kommt eine Neuregelung für die Vergütung einer Psychotherapie.
Es kommt eine Neuregelung für die Vergütung einer Psychotherapie.
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Psychotherapien, die nach diesem Datum beginnen, und die voraussichtlich länger als 10 Sitzungen dauern, müssen nach der 6. Sitzung dem Vertrauensarzt der Krankenkasse gemeldet werden. Die Meldung dient gleichzeitig als Gesuch um Kostengutsprache für vorerst maximal 30 weitere Sitzungen.

Danach ist ein ausführlicher Bericht an den Vertrauensarzt und ein weiteres Gesuch erforderlich. Über Langzeittherapien ist mindestens jährlich Bericht zu erstatten. Mit den Neuerungen soll das Kostenwachstum gebremst werden. Heute kostet die Psychotherapie die Kassen jährlich zwischen 300 und 500 Millionen Franken.

Wie das EDI weiter mitteilte, wurden weitere Änderungen der Krankenpflege-Leistungsverordnung (KLV) beschlossen. Sie führen teilweise zu Mehrausgaben und teilweise zu Minderausgaben, werden aber insgesamt die Grundversicherung um jährlich rund 10 Millionen Franken entlasten.

Psychiatrische Grund- und Behandlungspflege

Neu haben psychisch kranke Personen den gleichen Anspruch auf spitalexterne Krankenpflege wie Personen mit körperlichen Krankheiten. Auf Grund eines Urteils des Eidg. Versicherungsgerichts werden die Leistungen der psychiatrischen Grund- und Behandlungspflege neu umschrieben.

Nicht erweitert wurde die Leistungspflicht für Operationen zur Gewichtsreduktion wie Magenband und Magenbypass. Diese werden weiterhin nur bei Personen bezahlt, die einen Body-Mass-Index von 40 und mehr aufweisen. Die Injektion von künstlicher Gleitflüssigkeit ins Kniegelenk bei Knie-Arthrose wird nicht mehr bezahlt.

Dagegen wird die Kostenübernahme von Ultraschall-Untersuchungen bei Schwangerschaft, die Stammzelltransplantationen bei einer Reihe von Krebsarten und Leukämien, die Protonen-Strahlentherapie und spezielle Formen von Hauttransplantaten um ein weiteres Jahr verlängert.

(smw/sda)

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