Repower für Schmähpreis nominiert
Stromkonzern Repower könnte ungeliebten «Public Eye Award» erhalten
publiziert: Freitag, 4. Jan 2013 / 16:18 Uhr / aktualisiert: Freitag, 4. Jan 2013 / 19:24 Uhr
Der Energiekonzern Repower hat ihren Sitz in Poschiavo, Graubünden. (Symbolbild)
Der Energiekonzern Repower hat ihren Sitz in Poschiavo, Graubünden. (Symbolbild)

Bern - Der Stromkonzern Repower ist eines von sieben Unternehmen, das in diesem Jahr für den berüchtigten Schmähpreis «Public Eye Award» nominiert ist. Das Bündner Unternehmen plant in Süditalien gegen lokalen Widerstand ein Kohlekraftwerk.

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Jedes Jahr verleihen die Erklärung von Bern (EvB) und Greenpeace den «Public Eye Award» am Rande des Weltwirtschaftsforums WEF in Davos für gravierende Fälle von Menschenrechtsverstössen und Umweltsünden. Die Online-Abstimmung für den Publikumspreis läuft bis zum 23. Januar, wie die beiden Organisationen am Freitag mitteilten.

Der Energiekonzern Repower mit Sitz in Poschiavo GR plane «gegen den entschlossenen Widerstand der lokalen Bevölkerung» in Kalabrien ein «gigantisches Kohlekraftwerk», heisst es zur Begründung der Nomination. Während die italienische Regierung das Projekt im vergangenen Jahr als umweltverträglich einstufte, sprach sich das kalabrische Regionalparlament wiederholt gegen das Kraftwerk aus.

Repower-Sprecher Werner Steinmann sagte auf Anfrage, man befinde sich noch immer im Bewilligungsverfahren und das Projekt sei noch nicht beschlossene Sache. Den von EvB und Greenpeace erhobenen Vorwurf, Repower sei bewusst in Verbindung mit der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta getreten, wies Steinmann als «absolut haltlos» zurück.

Lonmin wegen Massaker im Fokus

Neben Repower stehen in diesem Jahr etwa der französische Industriekonzern Alstom, die US-Bank Goldman Sachs sowie der Öl-Konzern Shell im Fokus der Nichtregierungsorganisationen.

Alstom werden systematische Schmiergeldzahlungen vorgeworfen. Goldman Sachs habe mit Finanzkonstrukten nicht nur die gegenwärtige Schuldenkrise mitverursacht, sondern an der Krise kräftig verdient, heisst es in der Mitteilung. Shell wiederum wird für die geplanten Ölbohrungen in der Arktis gerügt.

Die weiteren Nominierten sind der indische Energiekonzern Coal India, der englische Sicherheitsdienstleister G4S sowie der südafrikanische Minenbetreiber Lonmin. Der Platinförderer geriet in die Schlagzeilen, als die südafrikanische Polizei im August gegen streikende Arbeiter der von Lonmin betriebenen Marikana-Mine das Feuer eröffnete. 44 Minenarbeiter verloren ihr Leben.

Jury- und Publikumspreis

Die sieben Unternehmen wurden von einer Jury aus Wirtschaftsethikern aus ursprünglich über 20 potenziellen Preisträgern ausgewählt. Am 24. Januar werden in Davos sowohl der Jurypreis als auch der in der öffentlichen Online-Abstimmung ermittelte Publikumspreis verliehen.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen der Rohstoffkonzern Glencore, die Pharmakonzerne Roche und Novartis sowie die britische Bank Barclays.

(knob/sda)

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