«Struwwelpeter»-Schöpfer vor 200 Jahren geborenFrankfurt/Main - Heinrich Hoffmann, der Schöpfer des «Struwwelpeter» wurde vor 200 Jahren in Frankfurt am Main geboren. Die Geschichtensammlung «Struwwelpeter» soll er für seinen Sohn gedichtet und gezeichnet haben, weil er auf dem Buchmarkt kein passendes Weihnachtsgeschenk fand.
(tri/sda)

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Heinrich Hoffmann schrieb den «Struwwelpeter» eigentlich nur für seinen Sohn - aus Mangel an guten Kindergeschichten.
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Die Haare könnten einem zu Berge stehen, wenn man erfährt, dass Hoffmann ein Pionier der Jugendpsychiatrie war: Zündelnde Kinder wie Paulinchen dem Feuertod zu überantworten oder dem Daumenlutscher Finger abschneiden zu lassen - das zeugt nicht gerade von der Sensibilität, die man gemeinhin von einem Kinderarzt erwartet.
Doch der Schein trügt: Dr. Hoffmann war alles andere als ein brutaler Kinderdompteur und sturer Spiessbürger. Er setzte sich dafür ein, dass aus kerkerartigen «Tollhäusern» psychiatrische Behandlungs- und Beschäftigungszentren wurden und führte als erster in Deutschland eine psychiatrische Kinderstation ein. Er wirkte ausserdem als liberaler Politiker und kämpfte gegen Antisemitismus. Keine Veröffentlichung geplant
Eine Veröffentlichung der Geschichtensammlung war nicht geplant, doch begeisterte das Werk Freunde, Verwandte und deren Kinder so sehr, dass Hoffmann die Rechte daran «in heiterer Weinlaune» für 60 Gulden dem jungen Verlag Rütten und Loening verkaufte.
Allein dieser Ursprungsverlag brachte über 500 Auflagen heraus. Insgesamt wurden bis heute allein von der deutschen Fassung 30 Millionen Stück verkauft, dazu kamen Übersetzungen in etwa 100 Sprachen. Reprint des Originalmanuskripts
Hoffmann blieb bis ins hohe Alter von 79 Jahren Direktor der Frankfurter Nervenheilanstalt und starb am 20. September 1894 in seinem Haus - in Sichtweite der Klinik, die er aufgebaut hatte.
Das Originalmanuskript des «Struwwelpeters» gibt es jetzt als Nachdruck. Zum 200. Geburtstag des Autors Heinrich Hoffmann am 13. Juni sei im Verlag des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg ein Reprint erschienen, teilte die Museumsleitung mit.
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