Italien
Studentin löst auf Facebook Debatte aus über Tierversuche
publiziert: Sonntag, 29. Dez 2013 / 20:34 Uhr
Caterina Simonsen.
Caterina Simonsen.

Rom - Eine unter gleich vier seltenen Erbkrankheiten leidende Studentin hat in Italien eine lebhafte Debatte über Tierversuche ausgelöst. Die 25-jährige Caterina Simonsen sprach sich auf Facebook für Tierversuche zum Zwecke medizinischer Forschung aus.

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Dafür erntete sie Beleidigungen und Drohungen. Unterstützung bekam die Frau aus dem norditalienischen Padua dagegen aus der Politik.

Simonsen schrieb am 21. Dezember auf ihrer Facebookseite, sie bedanke sich bei der Forschung, einschliesslich jener mit Tierversuchen. «Ohne die Forschung wäre ich mit neun Jahren gestorben», erläuterte sie. Simonsen studiert Tiermedizin und ist Vegetarierin.

Innerhalb weniger Stunden erhielt Simonsen nach eigener Zählung 500 beleidigende Kommentare; 30 Schreiber wünschten der jungen Frau den Tod. «Vielleicht solltest du sterben», lautete eine der Einsendungen: «Ein Mensch weniger auf dem Planeten und dafür mehr Tiere.»

Simonsen erklärte auf Facebook, sie habe zeigen wollen, «wie es ist, mit meinen Krankheiten zu leben». Auf einem Video ist Simonsen mit einer Sauerstoffmaske im Gesicht im Spitalbett zu sehen. Sie sei «sehr erschöpft», sagt die junge Frau.

Unterstützung aus der Politik

Unter den prominenten Solidaritätsbekundungen war unter anderem eine Nachricht von Matteo Renzi. Der neue Generalsekretär der sozialdemokratischen Partei PD und Bürgermeister von Florenz schrieb über den Kurzbotschaftendienst Twitter: «Ich habe ihr Video gesehen und ich möchte sagen, dass ich mit all meinen Kräften bei Caterina bin.»

Unter dem Stichwort #iosonoconcaterina (ich bin bei Caterina) tobte am Sonntag eine lebhafte Debatte auf Twitter. Auch die grossen Tageszeitungen «La Stampa» und «Corriere della Serra» befassten sich mit Simonsen. Der «Corriere» druckte auf seiner Titelseite ein Foto der lächelnden Frau mit ihrem Hamster in der Hand.

Der Philosoph Felice Cimatti sagte der Zeitung: «Es ist nutzlos, sich über die Käfighaltung von Hühnern zu ereifern, wenn man nicht in der Lage ist, Mitgefühl für eine junge Frau zu zeigen, deren Leben an einer Maschine hängt.»

(fest/sda)

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