Studie will Kinderkrebs in der Nähe von AKWs untersuchen
publiziert: Dienstag, 9. Sep 2008 / 11:16 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 9. Sep 2008 / 12:54 Uhr

Bern - Die Krebsliga und das Bundesamt für Gesundheit (BAG) lassen untersuchen, ob Kinder mit Wohnort bei einem Atomkraftwerk ein höheres Krebsrisiko haben. Die Studie wurde im September gestartet, Ergebnisse sollen 2011 vorliegen.

Die Studie soll klären, ob auch im Umfeld Schweizer AKWs das Krebsrisiko für Kinder erhöht ist.
Die Studie soll klären, ob auch im Umfeld Schweizer AKWs das Krebsrisiko für Kinder erhöht ist.
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Die Studie «Childhood Cancer and Nuclear Powerplants in Switzerland» (CANUPIS) folgt einer Untersuchung aus Deutschland. Diese hatte letztes Jahr auf ein erhöhtes Krebsrisiko bei Kindern (insbesondere Leukämie) hingewiesen, die in der Nähe eines Kernkraftwerkes leben.

Die CANUPIS-Studie werde untersuchen, ob dieses erhöhte Risiko auch im Umfeld von Schweizer AKW bestehe, teilte die Krebsliga am Dienstag mit. Durchgeführt wird sie vom Kinderkrebsregister, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern und der Schweizerischen Pädiatrischen Onkologie Gruppe.

Umfassende Studie

Schwächen, die bei der deutschen Studie sichtbar geworden waren, sollen bei der CANUPIS-Studie vermieden werden. Sie betrachtet die Gesamtheit der zwischen 1985 und 2007 geborenen Kinder. Ausserdem berücksichtigt sie nicht nur den Wohnort, an dem die krebskranken Kinder zum Zeitpunkt der Diagnose wohnten, sondern auch frühere Wohnorte bis zurück zu ihrer Geburt.

Ein möglicher Einfluss von Atomkraftwerken kann so auch für frühe Lebensphasen untersucht werden. Zudem lässt sich prüfen, welche Faktoren (ionisierende Strahlung, elektromagnetische Felder, industrielle Immissionen) ein allfällig erhöhtes Krebsrisiko verursachen könnten.

Resultate 2011

Die Forscher können sich auf das Kinderkrebsregister sowie auf Vergleichsdaten aus den Volkszählungen 1990 und 2000 stützen. Die Studie wird zwei Jahre dauern, ihre Ergebnisse werden 2011 veröffentlicht. Begleitet wird sie von sechs weltweit führenden Experten aus Frankreich, den Niederlanden, Grossbritannien, den USA und der Schweiz.

Die Kosten der Studie von 820'000 Franken werden von der Krebsliga und dem BAG zu gleichen Teilen getragen. Die Stromproduzenten Axpo und BKW leisten einen finanziellen Beitrag, der vom BAG verwaltet wird. Die Unternehmen haben keine Einflussnahme auf Studiendesign und Veröffentlichung der Resultate, schreibt die Krebsliga.

(tri/sda)

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Ich habe die Studie des Kinderkrebsregisters Mainz angeschaut. Zwei Dinge fallen auf: Erstens gab es von 1980 bis 2003 in Deutschland knapp 1600 Fälle von Kinderkrebs. Das sind rund 60 Fälle pro Million Menschen, die im untersuchten Zeitraum das Alter zwischen 0 und 6 Jahren durchliefen. Kinderkrebs ist eine relativ seltene Erkrankung. Zweitens weist die Studie zwar einen statistisch signifikanten Zusammenhang von Krebsrisiko und AKW-Nähe nach. Dieser geht aber nicht zwingend mit einer Ursache-Wirkungs-Beziehung einher. Er kann durch dritte Faktoren entstanden sein, die gar nicht in die Studie einbezogen wurden.
Auch wenn die Schweizer Studie umfassender sein wird: Eine Ursache-Wirkungs-Beziehung wird sie nicht aufzeigen können. Das heisst auch: Sie kann keinen konstruktiven Beitrag zur Kernkraft-Diskussion leisten, und sie kann nicht dazu beitragen, das Risiko für Kinderkrebs-Erkrankungen zu reduzieren. Man fragt sich, wozu sie denn gut ist.
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