Suche nach Bilanzfälschern
publiziert: Mittwoch, 24. Dez 2003 / 08:05 Uhr

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36 000 Arbeitnehmer bangen weltweit um ihren Job bei Parmalat. Der italienische Milchgigant steckt seit Freitag in der Krise. Die Bank of America entdeckte Falschkonten im Wert von 3.95 Milliarden Euro und reichte Strafanzeige gegen Parmalat ein.

Die gesamte Parlamat-Phantomsumme beläuft sich auf schätzungsweise zehn Milliarden Euro, das Guthaben beträgt statt den bilanzierten vier Milliarden genau Null Euro.

Um die getürkten Bankbelege plausibel zu gestalten, benutzte jemand von der Finanzabteilung einen Scanner und fälschte so das Logo der Bank. Sogar fiktive Briefe der amerikanischen Bank mit eklatanten Englisch-Rechtschreibefehlern wurden entdeckt. Viele Beweise wurden bereits zum grossen Teil vernichtet, doch die Ermittler versuchen aus der Informatikinfrastruktur die nötigen Indizien herauszuholen.

Der über alle Kontinente tätige Familienkonzern soll bereits seit vier Jahren rote Zahlen geschrieben haben, berichten Insider. Man vermutet, dass Irregularitäten in der Buchführung schon 1988 festgestellt werden können. Damals ging es verglichen zu heute aber um vergleichsweise bescheidene Summen.

Die Fahndung nach den Hauptverantwortlichen für das Finanzdesaster läuft derweil auf Hochtouren. Es wird gegen Firmengründer Calisto Tanzi ermittelt sowie gegen dessen Bruder und dessen Sohn. Alle Verwaltungsratsmitglieder, welche die Bilanz 2002 unterschrieben haben, müssen sich vor den Ermittlern verantworten und sämtlichen Revisoren geht es nicht anders. Alles in allem betrifft die Untersuchung 20 Personen.

Tanzis rechte Hand, der Finanzdirektor Fausto Tonna, wird besonders hart in die Zange genommen. Er gilt als Sündenbock und wird für das gefälschte Konto bei der Bank of America verantwortlich gemacht. In einem Verhör beteuerte er, nur nach Anweisungen von Vorgesetzten gehandelt zu haben.

Vermutlich wird man nie die vollständigen Beweise für die Bilanzfälschung ans Tageslicht bringen können, da wichtige Belege noch bis vor knapp einer Woche laufend vernichtet wurden. Die Ermittler liessen sich bisher nur entlocken: der Befehl der Aktenvernichtung sei von "jemandem weit oben in der Firma" gegeben worden.

(von Maurizio Minetti/news.ch)

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