Der Ton wird schärfer
Süddeutscher Widerstand gegen Fluglärm
publiziert: Mittwoch, 4. Apr 2001 / 16:14 Uhr

Waldshut - Aus Deutschland kommen im Fluglärmstreit um den Flughafen Zürich schärfere Töne. Bei den am 23. April anstehenden Verhandlungen mit der Schweiz muss Deutschland nach Ansicht des Waldshuter Landrats Bernhard Wütz hart bleiben.

Nur dann werde die Schweiz ihre eigenen Möglichkeiten nutzen, die Belastungen durch den Flughafen Zürich so weit wie möglich selbst zu tragen, äusserte sich Wütz am Mittwoch vor den Medien mit Blick auf die Verhandlungen zwischen den Verkehrsministern Kurt Bodewig und Moritz Leuenberger in Berlin. Deutschland hatte das bisherige Abkommen zum 31. Mai 2001 gekündigt.

Obwohl die Schweiz keine rechtlich einwandfreie Grundlage für An- und Abflüge über deutschem Gebiet habe, wickle sie 95 Prozent der jährlich rund 320 000 Luftbewegungen über Süddeutschland ab. Da Zürich und die Schweiz am meisten vom Flughafen profitierten, müssten sie die Lasten primär selbst tragen, bevor ein Nachbarland in Anspruch genommen werde.

Der Landkreis Waldshut sei nach dem Prinzip der guten Nachbarschaft bereit, einen Teil der Lasten zu übernehmen, betonte Wütz. Die Schweiz müsse jedoch wissen, dass Freundschaft zwischen Staaten nicht mit ungerechter Behandlung im nachbarschaftlichen Bereich zu vereinbaren sei.

(kil/sda)

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