Super-G-Weekend auch Schweizer Weekend?
publiziert: Samstag, 18. Feb 2006 / 09:26 Uhr

Drei alpine Rennen mit Schweizer Beteiligung sind vorbei, und in jedem holten Swiss-Ski-Fahrer Medaillen oder waren nahe dran.

Nadia Styger ist der stärkste schweizer Trumpf.
Nadia Styger ist der stärkste schweizer Trumpf.
«Jetzt», sagt Speed-Trainer Patrice Morisod, «hoffen wir diesen Schwung in den Super-G mitzunehmen».

Am Samstag und Sonntag stehen, sofern das Wetter mitspielt, bei den Frauen wie bei den Männern die Super-G-Bewerbe im Programm. Wird das Super-G-Weekend auch zum Schweizer Weekend? Der stärkste Trumpf ist Nadia Styger, die in diesem Winter in dieser Disziplin den einzigen Schweizer Sieg realisierte.

«Der Super-G wäre eigentlich ihre Kerndisziplin», sagt Frauen-Chef Osi Inglin. «Ihr gutes Resultat in der Abfahrt hat ihr gezeigt, was möglich ist. Und Nadia Styger gewann vor zwei Jahren in Sestriere, allerdings auf einer anderen Super-G-Piste, ihr erstes Weltcuprennen.

Inglin: »Pendel kann auf beide Seite ausschlagen«

Mit geringerer Erwartungshaltung gehen die andern drei Schweizerinnen in das letzte Speed-Rennen. Fränzi Aufdenblatten möchte sich für die durchzogene Abfahrt rehabilitieren und hat schon wiederholt gezeigt, dass sie im Super-G für Überraschungen fähig ist.

»Bei ihr kann der Pendel auf beide Seiten ausschlagen«, sagt Inglin. Sie war in diesem Winter immerhin schon mal Vierte (Val d´Isère), sonst aber nie unter den ersten zehn.

Die WM-Zweite Martina Schild ist im Weltcup zwar noch nie über den 14. Rang hinausgekommen, »aber«, so Inglin, »für sie ist eine neue Welt aufgegangen.« Im Europacup hat sie vor kurzem mit einem 1. und 2. Platz angedeutet, welches Potenzial auch in dieser Disziplin in ihr steckt.

Viele Favoritinnen

Die vierte Starterin, Sylviane Berthod, stand im Super-G schon einmal auf dem Podest (Zweite 1999 in Cortina). In Lake Placid 2002 war sie fast gleich schnell wie die Olympiasiegerin Daniela Ceccarelli, ehe sie stürzte. Heuer hat sie aber lediglich die Ränge 12, 23 und 30 vorzuweisen.

Zu den Favoritinnen zählen neben Styger vor allem die Österreicherinnen Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer, aber auch Andrea Fischbacher, dazu Tina Maze und natürlich Anja Pärson und Janica Kostelic, falls sie sich von ihren Kreislaufproblemen wieder erholt hat.

Aufgepasst auf Cuche - und Hoffmann

Noch ausgeglichener scheint die Ausgangslage bei den Männern. In fünf Rennen schafften es einzig Hannes Reichelt und Erik Guay zweimal aufs Podest. Der Österreicher liess seinem Sieg in Beaver Creek Platz 3 in Kitzbühel folgen. Der Kanadier, der nach seinem verletzungsbedingen Forfait in der Abfahrt wieder am Start ist, wurde in Beaver Creek und Val Gardena Zweiter.

Im Super-G realisierte Ambrosi Hoffmann, neben Tobias Grünenfelder in der Abfahrt, einen der beiden Schweizer Weltcup-Podestplätze in diesem Winter.

Im Gegensatz zur Abfahrt fuhr er in dieser Disziplin konstant, wurde auch noch einmal Vierter und ist gemäss Speed-Chef Hans Flatscher »in der Lage, vorne reinzufahren«. Grünenfelder musste diesmal seinen Startplatz Didier Cuche überlassen, der die interne Qualifikation in Veysonnaz für sich entschied.

Tiefe Startnummern ein Vorteil

Cuche hat sich nach der verpassten Abfahrt viel vorgenommen. Er gewann vor seinem Kreuzbandriss schon zwei Weltcuprennen und war schon 1998 in Nagano Olympia-Zweiter (hinter »Überflieger« Hermann Maier). Im Weltcup war heuer ein 13. Platz sein bestes Resultat. Bruno Kernen klassierte sich in der Saison schon als Siebenter, Zehnter und Elfter, Didier Défago als Sechster und Achter.

»Die Ausgangslage ist nicht schlechter als in der Abfahrt«, sagt Flatscher. »Wir sind nicht in der Favoritenrolle, aber im Medaillenbereich.« Und der andere Speed-Trainer, Patrice Morisod, fügt an: »Im Super-G könnten unsere tiefen Startnummern ein Vorteil sein, vor allem, wenn die Piste weicher wird.«

Didier Cuche geht, in umgekehrter Reihenfolge der Weltcup-Startliste, sogar als einer der Ersten auf die Piste, die andern mit einer Nummer zwischen 10 und 20. Top-Favorit Maier kommt mit der 30.

Die Olympia-Medaillengewinner seit 1988:

1988 in Calgary: 1. Franck Piccard (Fr) 2. Helmut Mayer (Ö) 3. Lars-Börje Eriksson (Sd)

1992 in Albertville: 1. Kjetil André Aamodt (No) 2. Marc Girardelli (Lux) 3. Jan Einar Thorsen (No)

1994 in Lillehammer: 1. Markus Wasmeier (De) 2. Tommy Moe (USA) 3. Kjetil André Aamodt (No)

1998 in Nagano: 1. Hermann Maier (Ö) 2. DIDIER CUCHE (Sz) Hans Knauss (Ö)

2002 in Salt Lake City: 1. Kjetil André Aamodt (No) 2. Stephan Eberharter (Ö) 3. Andreas Schifferer (Ö)

Die ewige Medaillenbilanz im Super-G der Männer:

1. Norwegen 2 Gold/0 Silber/2 Bronze. 2. Österreich 1/3/1. 3. Frankreich und Deutschland, je 1/-/-. 5. Luxemburg, USA und Schweiz, je -/1/-. 8. Schweden -/-/1.

Die Schweizer Medaillengewinner:

Gold: -. -- Silber: Didier Cuche (1998 Nagano). -- Bronze: -.

Die 5 Weltcup-Super-G der bisherigen Saison:

Lake Louise/Ka (27.11.05): 1. Svindal (No) 2. Raich (Ö) 3. Rahlves (USA)

Beaver Creek/USA (1.12.05): 1. Reichelt (Ö) 2. Guay (Ka) 3. Lanzinger (Ö)

Val Gardena/It (16.12.05): 1. Grugger (Ö) 2. Guay (Ka) 3. HOFFMANN

Kitzbühel/Ö (20.1.06): 1. Maier (Ö) 2. Fill (It) 3. Reichelt (Ö)

Garmisch/De (29.1.06): 1. Gruber (Ö) 2. Macartney (USA) 3. Aamodt (No)

Die Olympia-Medaillengewinnerinnen seit 1988:

1988 in Calgary: 1. Sigrid Wolf (Ö) 2. MICHELA FIGINI (Sz) 3. Karen Percy (Ka)

1992 in Albertville: 1. Deborah Compagnoni (It) 2. Carole Merle (Fr) 3. Katja Seizinger (De)

1994 in Lillehammer: 1. Diann Roffe-Steinrotter (USA) 2. Swetlana Gladischewa (Russ) 3. Isolde Kostner (It)

1998 in Nagano: 1. Picabo Street (USA) 2. Michaela Dorfmeister (Ö) 3. Alexandra Meissnitzer (Ö)

2002 in Salt Lake City: 1. Daniela Ceccarelli (It) 2. Janica Kostelic (Kro) 3. Karen Putzer (It)

Die ewige Medaillenbilanz im Super-G der Frauen:

1. Italien 2 Gold/- Silber/2 Bronze. 2. USA 2/-/-. 3. Österreich 1/1/1. 4. Schweiz, Frankreich, Kroatien und Russland, je -/1/-. 8. Kanada und Deutschland, je -/-/1.

Die Schweizer Medaillengewinnerinnen:

Gold: -. -- Silber: Michela Figini (1988 Calgary). -- Bronze: -.

Die 6 Weltcup-Super-G der bisherigen Saison:

Lake Louise/Ka (4.12.05): 1. Meissnitzer (Ö) 2. Fischbacher (Ö) 3. Dorfmeister (Ö)

Aspen/USA (9.12.05): 1. STYGER 2. Dorfmeister (Ö) 3. Fischbacher (Ö)

Val d´Isère/Fr (18.12.05): 1. Dorfmeister (Ö) 2. Meissnitzer (Ö) 3. Brydon (Ka)

Bad Kleinkirchheim/Ö (15.1.06): 1. Kostelic (Kro) 2. Meissnitzer (Ö) und Dorfmeister (Ö)

St. Moritz/Sz (20.1.06): 1. Dorfmeister (Ö) 2. Maze (Sln) 3. Hosp (Ö)

Cortina/It (27.1.06): 1. Pärson (Sd) 2. Mancuso (USA) 3. Kildow (USA)

(von Richard Hegglin, Sestriere/Si)

 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt, wenig Regen
Basel 3°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Schneeregen
Bern 2°C 5°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt, wenig Regen
Luzern 4°C 6°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bedeckt, wenig Regen
Genf 3°C 8°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
Lugano 4°C 9°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig trüb und nass trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten