Anwendung von Textilindustrie bis zur Medizin
«Super-Polymer» trägt 1000-faches Eigengewicht
publiziert: Dienstag, 16. Feb 2016 / 10:35 Uhr

Forscher der University of Rochester haben ein dynamisches «Super-Polymer» entwickelt, welches das Tausendfache seines eigenen Gewichts trägt. Zusätzlich reagiert das Hightech-Material auf Körperwärme.

Bis zu einer Temperatur von 35 Grad Celsius behält es seine ursprüngliche Form. Bei höheren Temperaturen wird das innovative Polymer formbar. Eine Nutzung ist beispielsweise denkbar in der Kleidungsindustrie, im Fitness-Bereich oder im Gesundheitswesen als künstliche Haut.

Körperwärme als Auslöser

Kühlen oder Dehnen des Materials führt zu einer Kristallisation. Dabei entstehen Ketten, die sich auf gewisse Weise anordnen und dafür sorgen, dass das Super-Polymer seine Form beibehält. Je mehr Kristalle vorhanden sind, desto stabiler wird der chemische Stoff. Die Körperwärme führt zu einem Schmelzen der Kristalle, die sich im Inneren befinden. Durch diesen Prozess wird die Formbarkeit des Materials erreicht. Mithilfe molekularer «Linker» konnten die einzelnen Polymerstränge miteinander verbunden werden. Durch Variation der Anzahl sowie Anordnung dieser Linker ist die Temperatur, welche den Schmelzprozess in Gang setzt, beeinflusst worden.

Das Team rund um Mitch Anthamatten, Chemical Engineering Professor an der University of Rochester, prognostiziert ein breites Anwendungsspektrum des neuen Polymers. «Wir haben dieses Material so konzipiert, dass es in der Lage ist, riesige Mengen an elastischer Energie zu speichern», erklärt Anthamatten. Es ist stark genug, um das Tausendfache seines Eigengewichts zu tragen. So kann ein Polymer in der Länge eines Schuhbandes mit einem Gewicht von rund einem Gramm einen Liter Wasser heben. «Polymere mit Memory-Eigenschaften gibt es bereits seit vielen Jahren. Auch die hohe Tragfähigkeit ist für ein Polymer kein Problem», bestätigt Andreas Battenberg, Sprecher der Technischen Universität München gegenüber pressetext.

(pte)

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