«Supermario» Cipollini gewann erste Giro-Etappe
publiziert: Sonntag, 12. Mai 2002 / 18:17 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 12. Mai 2002 / 19:43 Uhr

Münster - Für die Schweizer Radsportgruppe Phonak hat der grösste Erfolg seit ihrem Bestehen genau 24 Stunden gedauert. Der Giro-Prologsieger Juan Carlos Dominguez musste die Maglia rosa nach der 1. Etappe in Münster (De) an Mario Cpollini (It) abtreten.

Der Name des Supersprinters deutet auf einen Massenspurt hin. Doch am Ende der 215 km von Groningen (Ho) zum Bischofssitz in Westfalen machten nur noch 28 Fahrer den Etappensieg unter sich aus. Auf dem Rundkurs in der Innenstadt Münsters hatte sich 2 km vor dem Ziel ein Sturz ereignet, durch den der Grossteil des Feldes zurückgehalten wurde, und mit ihnen auch Dominguez, der ebenso eine halbe Minute einbüsste wie auch Francesco Casagrande und Dario Frigo.

Das Reglement besagt, dass die Jury nur bei Zwischenfällen auf dem letzten Kilometer den Nachzüglern die Zeit des Siegers berechnet. Prominentestes Opfer des Sturzes von fünf Fahrern war Michele Bartoli (It). Der Sieger des Gold Races von Ende April musste zu genaueren Untersuchungen ins Spital verbracht werden.

«Cipo» auf Rekordkurs

Cipollini, 13. des Prologs mit 15 Sekunden Rückstand, hatte seinen Rückstand als Erster bei der fliegenden Wertung «Intergiro» 45 km vor dem Ziel um sechs Sekunden reduziert. Die zwölf Sekunden Bonifikation für den Etappensieg hätten den Italiener sowieso an die Spitze der Gesamtwertung gebracht. Der Gewinner des diesjährigen Frühjahrsklassikers Mailand - San Remo wird heute Montag erst zum fünften Mal in seiner langen Laufbahn das Leadertrikot des Giro tragen. Hinzu kämen noch die Spezialtrikots für das Punkteklassement und die «Intergiro»-Wertung.

In der Italien-Rundfahrt blickt Cipollini nunmehr auf 35 Etappensiege zurück, womit er noch sechs Erfolge von Rekordhalter Alfredo Binda entfernt ist. Das Total aller Triumphe auf der Strasse von «Super-Mario» beläuft sich auf 172. Mit einer wenig gelungenen «Tiger»-Kleidung im Prolog hatte er seiner Sportgruppe Acqua & Sappone 400 Franken Busse eingebracht. Und heute Montag wird Cipollini mit grösster Wahrscheinlichkeit die Maglia rosa wieder abtreten müssen, denn die 2. Etappe mit Start in Köln endet in Ans/Lüttich mit den beiden bekannten Steigungen des Ardennen- Klassikers auf den letzten Kilometern.

Aufgepasst auf Buxhofer

Im grossen Feld war Juan Carlos Dominguez auf der Fahrt von Holland nach Deutschland trotz seines rosa-farbenen Trikots kaum aufgefallen. Dies war in den Farben des Phonak-Teams am Samstag noch anders gewesen. Der Spanier hatte den Prolog in Groningen mit einer einzigen Sekunde Vorsprung auf Rik Verbrugghe (Be) für sich entschieden und damit der Schweizer Sportgruppe den grössten Erfolg seit ihrem Bestehen beschert. Seit 1989 Rolf Järmann, der damals die 5. Etappe in den Farben von Frank-Magniflex für sich entschied, hat nie mehr ein Fahrer für ein helvetisches Team in einem Giro- Teilstück gesiegt. Matthias Buxhofer, überraschender Vierter des Prologs, fand sich in Münster an zweiter Stelle der Gesamtwertung mit 11 Sekunden Rückstand auf Cipollini wieder. Die Rückeroberung der Maglia rosa ist also nicht ausgeschlossen.

Ursprünglich war Dominguez nicht für die Giro-Teilnahme vorgesehen gewesen. Der Spanier hätte die Asturien-Rundfahrt bestreiten sollen. Als sich nach Mailand - San Remo abzeichnete, dass Oscar Camenzinds Erkrankung eine längere Genesesungszeit nach sich zieht, wurde für Dominguez eine Änderung des Programms ins Auge gefasst. Dies zahlte sich aus, wie sich auch schon die Verpflichtung des ersten Giro-Leaders als Glücksgriff erwiesen hat. Nachdem die Vereinbarung Dominguez' mit iBanesto problematisch wurde, wollte der Spanier vor anderthalb Jahren zum Linda McCartney Team wechseln, von dem kurz darauf bekannt wurde, dass keine finanziellen Mittel mehr für eine weitere Saison bereitstanden.

Nach einer weiteren Saison bei iBanesto kam Dominguez dann wegen des sportlichen Leiters Alvaro Pino, mit dem er sich seit gemeinsamen Zeiten bei Kelme gut versteht, zu Phonak.»Wir haben Dominguez mit einem für beide Seiten günstigen Vertrag verpflichtet», erklärte Phonak-Teammanager Urs Freuler. Dominguez hat sich in der Vergangenheit vor allem in kleineren Rundfahrten in Spanien sowie in Prüfungen gegen die Uhr ausgezeichnet.

(Toni Nötzli, Münster /sda)

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