Superstar Usain Bolt macht auch in Lausanne Kasse
publiziert: Dienstag, 2. Sep 2008 / 15:45 Uhr

Superstar Usain Bolt bleibt trotz seinem Gold-Rush im Vogelnest ein berechenbarer Profi. Der Jamaikaner weicht dem Trubel nicht aus und macht auch der Athletissima von heute Abend in Lausanne seine Aufwartung.

Usain Bolt: 150'000 Dollar für's Antreten in Lausanne.
Usain Bolt: 150'000 Dollar für's Antreten in Lausanne.
«Der Vertrag wurde bereits nach seinem ersten Weltrekordlauf in New York unterschrieben», betont Meeting-Direktor Jacky Delapierre. Der Anfang Juni unterzeichnete Kontrakt beinhaltete im Wesentlichen die Startzusage. Konkrete Zahlen wurden noch nicht eingesetzt.

Übers Geld verhandelten die Parteien erst nach Peking. Schliesslich einigte man sich auf denselben Betrag, den Bolt auch für seine Auftritte an den Golden-League-Events vom vergangenen und kommenden Freitag in Zürich und Brüssel erhält. Die Startgage dürfte rund 150'000 Dollar betragen.

Bolt liess sich in Lausanne nicht gross für PR-Aktivitäten einspannen und suchte die Abgeschiedenheit. Nachdem er am Samstag in der Limousine von Zürich nach Lausanne chauffiert worden war, zeigte er sich bloss bei einer Autogramm-Stunde im Olympischen Museum sowie am Sonntag in zwei TV-Interviews der Öffentlichkeit.

Der Überflieger der Saison weilt bereits zum dritten Mal am Genfersee und dürfte sich zumindest rangmässig weiter steigern. 2006, als Xavier Carter (USA) in 19,63 Sekunden ein exzellentes Feld mit vier Läufern unter 19,90 Sekunden meisterte, hatte der Blitz aus Jamaika als 20-Jähriger in 19,88 den 3. Rang belegt.

Letztes Jahr reichte es ihm hinter Weltmeister Tyson Gay zu Platz 2, den fälligen Sieg wird ihm dieses Jahr kaum einer streitig machen. Die Augen werden vielmehr auf die Uhr statt auf die Konkurrenz gerichtet sein. Allerdings dürfte dem nach den Olympiastrapazen ausgelaugten Bolt kaum eine Fabelzeit wie in Peking (19,30) gelingen.

Robles und Powell sind hiess

Bezogen auf die Leistung sorgen an der 33. Athletissima womöglich zwei andere Athleten für Schlagzeilen. Mit Hürdensprinter Dayron Robles weilt neben Bolt ein zweiter Läufer am Genfersee, der in dieser Saison einen Weltrekord an sich gerissen hat.

Der Kubaner blieb 2008 bereits sechsmal unter 13 Sekunden; in Ostrava (Tsch) sogar um 13 Hundertstel, womit er in 12,87 dem treuen Athletissima-Star Liu Xiang die 2006 auf der Pontaise aufgestellte Bestmarke um einen Hundertstel entriss. «Ich fühle mich besser als noch in Zürich», sagte der Kubaner. «Ein Weltrekord ist möglich.»

Viel zugetraut wird auch Asafa Powell. Im Gegensatz zu früheren Jahren steht er nicht mehr im Mittelpunkt, was für ihn befreiend wirken könnte. Sein erneut schwaches Abschneiden am Grossanlass haben den Ex-Weltrekordler (9,74 im September 2007 in Rieti) definitiv in den Schatten von Landsmann Bolt gedrängt.

Powell kann nun unbeschwert auftreten und den Stadionrekord von Leroy Burrell aus dem Jahr 1994 attackieren. Die 9,85 Sekunden des Amerikaners bedeuteten damals Weltrekord. Diese Zeit hat Powell immer noch in den Beinen. 2004 gewann der Jamaikaner auf der Pontaise über 100 m, danach verzichtete er dreimal trotz seiner Anwesenheit in Lausanne auf einen Start in seiner Paradedisziplin.

Sieben echte Olympia-Revanchen

13 Olympiasieger von 14 Einzeldisziplinen -- Bolt 100 und 200 m -- machen die Athletissima zu einem der bestbesetzten Meetings der Saison. Sieben Athleten stellen sich erstmals seit ihrem Erfolg im Vogelnest der Konkurrenz. Neben Bolt über 200 m sind dies Wilfred Bungei (Ken/800 m), Andrej Silnow (Russ/Hoch), Nelson Evora (Por/Drei), Nancy Lagat (Ken/1500 m), Barbora Spotakova (Tsch/Speer) und Maurren Higa Maggi (Br/Weit).

Erfolgreiche Bestätigungen sind bereits dem Quartett mit den Zürich-Siegern Bolt (100 m), Robles (110 m Hürden) und Angelo Taylor (USA/400 m Hürden) gelungen. Auch Langhürdlerin Melaine Walker (Jam) hielt sich am Sonntag in Gateshead (Gb) schadlos. Eine Niederlage hingegen bezog das Trio mit 400-m-Läufer LaShawn Merritt (USA), Sprint-Ass Shelly-Ann Fraser (Jam) und Hürdenläuferin Dawn Harper (USA).

Merritt wurde bei Weltklasse Zürich von Jeremy Wariner deutlich auf Rang 2 verwiesen, Fraser bezog in Gateshead in schwachen 11,29 Sekunden eine Niederlage gegen Lauryn Williams (USA) und Harper, die den Olympiasieg wegen des Strauchlers von Lolo Jones (USA) geerbt hatte, blieb in Zürich wie erwartet chancenlos.

Ausnahmsweise im September

In den vergangenen Jahren hatte die Athletissima den Schweizer Athleten im Hinblick auf die Selektion für den Grossanlass jeweils ein ideales Schaufenster geboten. Dieser Bonus fällt in diesem Jahr weg, da wegen der EURO auf einen Termin im September ausgewichen wurde. Die zwei stärksten Vertreter von Swiss Athletics sind Marco Cribari und Marc Schneeberger. Die beiden wollen im 200-m-Lauf gegen Bolt ihre Haut so teuer wie möglich verkaufen.

( Hans Leuenberger, Lausanne/sda)

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