Suu Kyi hält lang ersehnten Nobelvortrag
Suu Kyi fordert bei Nobelvortrag zu Hilfe für Burma auf
publiziert: Samstag, 16. Jun 2012 / 15:14 Uhr
Aung Suu Kyi fordert internationale Hilfe für Burma.
Aung Suu Kyi fordert internationale Hilfe für Burma.

Oslo - 21 Jahre nach der Zuerkennung des Friedensnobelpreises hat die burmesische Oppositionschefin Aung San Suu Kyi in Oslo ihren Nobelvortrag nachgeholt. Sie forderte am Samstag zu koordinierter internationaler Hilfe bei den Reformen in ihrer Heimat auf.

10 Meldungen im Zusammenhang
Sie sei «vorsichtig optimistisch» mit Blick auf die Erfolgsaussichten des Reformprozesses, sagte die 66-Jährige im Rathaus der norwegischen Hauptstadt, wo alljährlich der Friedensnobelpreis überreicht wird.

Hier hatte Suu Kyi am 10. Dezember 1991 die Auszeichnung für ihren gewaltlosen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte nicht selbst in Empfang nehmen können. Sie wurde von der damaligen Militärjunta unter Hausarrest gestellt und in Oslo von ihrem 1999 verstorbenen Ehemann Michael Aris und den beiden Söhnen Alexander und Kim vertreten.

Seit den Parlamentswahlen im April kann sie ungehindert als Chefin der Opposition wirken. An der nachgeholten Nobel-Feier nahm, wie bei den jährlichen Verleihungen üblich, Norwegens König Harald V. teil.

Hoffen auf politische Lösungen

Wenige Tage nach den blutigen Ausschreitungen zwischen Buddhisten und Muslimen mit mindestens 31 Toten im Bundesland Rakhine sagte Suu Kyi zur Lage in Burma, sie hoffe auf politische Lösungen durch Waffenstillstandsvereinbarungen.

Zu generellen politischen Entwicklung in Burma meinte sie: «Die von Präsident Thein Seins Regierung in Gang gesetzten Reformmassnahmen können nur dauerhaft wirken, wenn alle inneren Kräfte intelligent kooperieren.» Dazu gehörten das Militär, die ethnischen Gruppen, politische Parteien, die Medien, die Zivilgesellschaft, Organisationen, Wirtschaft und vor allem die Öffentlichkeit insgesamt.

Zur Bedeutung des Friedensnobelpreises während der Isolierung durch zwei Jahrzehnte Hausarrest und politischer Unterdrückung meinte die Burmesin: «Der Preis hat die Aufmerksamkeit der Welt auf den Kampf für Demokratie und Menschenrechte in Burma gelenkt. Wir wurden vor dem Vergessen bewahrt.»

«Moralische Führungsgestalt»

Der Chef des norwegischen Nobelkomitees, Thorbjørn Jagland, nannte Suu Kyi in seiner Laudatio eine «moralische Führungsgestalt für die ganze Welt». Sie habe in zwei Jahrzehnten persönlicher und politischer Verfolgung weder Bitterkeit noch Feindseligkeit entwickelt. «Wenige haben mehr dafür geleistet, dass die Welt ein besserer Platz für uns alle wird.»

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso erklärte, es werde Realität, was vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen sei: Burma öffne sich der Welt. Es sei zu hoffen, dass die dortigen Reformen fortgeführt und vertieft würden.

In der kommenden Woche will Suu Kyi in London mit beiden dort lebenden Söhnen ihren 67. Geburtstag feiern. Sie absolviert seit Mitte der Woche eine Europareise durch fünf Länder (Schweiz, Norwegen, Irland, Frankreich und Grossbritannien).

(laz/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Washington - US-Präsident Barack Obama hat bei einem Treffen mit Burmas ... mehr lesen
Suu Kyi erhält vom Kongress in Washington die höchste zivile Auszeichnung der USA.
Rangun - Burmas Regierung stösst sich daran, dass Oppositionspolitikerin Aung San ... mehr lesen
Suu Kyi soll ihr Land nicht mehr Burma sondern nur noch «Myanmar» nennen.
Massakrierte Rohingyas 1942: Konflikt seit Jahrzehnten
Achtens Asien Die religiösen, ethnischen und sozialen Unruhen im burmesischen Bundesstaat Rakhine haben die Weltöffentlichkeit überrascht und ... mehr lesen
Oslo/Dublin - Die Birmesische Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und der irische Rockstar Bono halten ... mehr lesen
Aung San Suu Kyi.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Aung San Suu Kyi wurde mit Applaus im Nationalratssaal empfangen.
Bern - Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist im Bundeshaus ... mehr lesen
Genf - Die Schweiz will Burma mit einem Entwicklungsprogramm von 25 Millionen Franken pro Jahr unterstützen. Das sagte ... mehr lesen
Didier Burkhalter und Aung San Suu Kyi an der Medienkonferenz.
Genf - Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat in Genf Investoren und Regierungen aufgerufen, die wirtschaftliche Entwicklung in Burma zu unterstützen. Es brauche eine ganze Reihe von Reformen. mehr lesen 
Burmas Oppositionsführerin Suu Kyi bricht zu Europareise auf.
Rangun - Die burmesische Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin ... mehr lesen
Bangkok - Die burmesische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi hat die internationale Gemeinschaft vor zu viel ... mehr lesen
Suu Kyi warnt vor Optimismus gegenüber Burma.
Rohingya Flüchtlinge in einem Camp in Bangladesch: 200'000 Menschen unter extrem schlechten Bedingungen.
Rohingya Flüchtlinge in einem Camp in ...
Achtens Asien Flüchtlingsdramen in West und Ost. Im Golf von Bengalen, in der Andamanensee und der Strasse von Malakka sind derzeit Tausende von Bootsflüchtlingen in Gefahr. Ähnlich wie in Europa zögern die betroffenen Staaten, dezidiert einzugreifen und nach tragbaren Lösungen zu suchen. mehr lesen   1
Achtens Asien Kämpfe im nördlichen Burma ein halbes Jahr vor den Parlamentswahlen. Vor einem baldigen Waffenstillstand? mehr lesen  
Soldaten der «Myanmar-Nationalen Demokratischen Allianz-Armee»: Unterstützung von Peking vehement dementiert
Prügel-Orgie und Demokratie Brutal auf Studenten einprügelnde burmesische Polizisten - die Bilder gingen um die Welt. Westliche Medien fragten: ist die ...
Aung San Suu Kyi: In Realpolitik angekommen - polizeiliche Prügelorgie unkommentiert gelassen.
Titel Forum Teaser
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SO MO DI MI DO FR
Zürich 7°C 14°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Basel 5°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
St.Gallen 9°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
Bern 10°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 10°C 18°C leicht bewölkt leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
Genf 9°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 13°C 21°C leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen leicht bewölkt, Gewitter, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten