Swiss Pilots akzeptieren den Entlassungsplan
publiziert: Samstag, 9. Aug 2003 / 08:15 Uhr

Zürich - Die ehemaligen Crossair-Piloten haben am Freitagabend dem Entlassungsplan der Swiss zugestimmt. Fast drei Viertel der Piloten akzeptierten den Stellenabbau. 526 der insgesamt 950 Piloten werden entlassen.

Entlassungen akzeptiert.
Entlassungen akzeptiert.
Mit der Einigung sei eine weitere wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Restrukturierung der Swiss erfolgreich fortzusetzen, teilte das Flugunternehmen mit.

Es habe eine existenzbedrohende Konfliktsituation aus der Welt geschafft werden können. Alle Betroffenen dürften sich als Sieger fühlen, hiess es weiter.

Dem Entlassungsplan stimmten 396 Piloten zu, 140 lehnten ihn ab, wie Swiss-Pilots-Sprecher Martin Gutknecht auf Anfrage erklärte. Damit wurde der Stellenabbau von rund 74 Prozent der Piloten angenommen.

Die rund vierstündige Diskussion, an welcher auch der im Mai neu gewählte Swiss-Verwaltungsrat Walter Bosch teilnahm, sei sehr emotional geführt worden. Die Unsicherheit der Piloten sei spürbar gewesen, sagte Gutknecht weiter.

Das Verhältnis zu Swiss sei noch massiv angeschlagen. Die Teilnahme Boschs an der Versammlung wertete Gutknecht aber als positiv. Bosch, der sich mit einer kurzen Rede an die versammelten Piloten gewandt hatte, sei offen und vertrauenswürdig.

Mitte Juli hatte der Vorstand von Swiss Pilots auf das Reissverschlusssystem bei den Kündigungen verzichtet, das bei Kündigungen die ehemaligen Swissair- und Crossair-Piloten gleich belastet hätte.

Dieses war der Kern eines zähen Ringens mit der Swiss gewesen und zuletzt auch vom Schiedsgericht unterstützt worden. Die Swiss hat diese Einigung mit über 50 Mio. Fr. an Entschädigungen teuer erkauft.

Bei einem Nein der Piloten wären für die Airline Klagen und die Fortsetzung des juristischen Streits die Folgen gewesen. Der Verband hätte dann den rechtlichen Weg weiter beschritten, gemäss dem Urteil des Schiedgerichts.

Nun werden 526 Piloten entlassen. Dabei wird nach dem Senioritätsprinzip verfahren: den jüngsten wird zuerst gekündigt. Die älteren Piloten können je nach Funktion die verhandelte Entschädigung von 140 000 bzw. 85 000 Fr. beziehen. Den verbleibenden Piloten wird ein Kündigungsschutz bis Ende Oktober 2005 gewährt.

Auch nach der Swiss-Pilots-Abstimmung bleiben die grössten Probleme der Swiss weiter ungelöst: Geld und Alleingang.

(rr/sda)

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