Gesuch um Sonderprüfung eingereicht
Swissair Group: Finanzchef Schorderet flog in zweite Reihe
publiziert: Mittwoch, 23. Mai 2001 / 22:07 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 23. Mai 2001 / 22:51 Uhr

Zürich - Finanzchef Georges Schorderet wird zurück gestuft. Er verliert seinen Posten und ist neu für die Sonderprüfung zuständig, die der Swissair ins Haus steht. Bund und Kanton Zürich haben am Mittwochmorgen ein entsprechendes Gesuch gestellt.

Schorderet bleibe direkt Konzernchef Mario Corti unterstellt, teilte die Swissair Group am Mittwoch Nachmittag mit. Mehrheitlich sei er im Rahmen der Sonderprüfung tätig, sagte Swissair- Mediensprecher Jean-Claude Donzel auf Anfrage. Schorderet wird Leiter des Teams, das zur Unterstützung des Sonderprüfers gebildet wird.

Erste Frau in der Konzernleitung

Die 40-jährige Amerikanerin Jacqualyn Fouse übernimmt anstelle von Schorderet die Funktion der Finanzchefin am 1. Juli. Sie ist die erste Frau, die in der Konzernleitung der Swissair Einsitz nimmt.

Wie Konzernchef Mario Corti hat auch sie vorher beim Nahrungsmittelmulti Nestlé gearbeitet. Derzeit ist sie dort als Group Treasurer tätig. Konzernchef Mario A. Corti war zuvor Finanzchef bei Nestlé.

Gesuch um Sonderprüfung von Bund und Kanton

Am Mittwochmorgen hatten Bund und Kanton Zürich bei der Bezirksanwaltschaft Zürich ein Gesuch für eine Sonderprüfung eingereicht.

Die Sonderprüfung soll darüber Aufschluss geben, ob die Gesellschaftsorgane der Swissair Group - Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Revisionsstelle - ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben.

Gestützt ist dieser Antrag auf den Beschluss der Generalversammlung vom 25. April. Der Sonderprüfer wird durch die Bezirksanwaltschaft in einigen Wochen bestimmt werden - die Sonderprüfung selbst wird spätestens in einem Jahr abgeschlossen sein.

Die Fragen betreffen die Hunter-Strategie, Putoptionen und andere Finanzrisiken, Abgangsentschädigungen und Fragen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung. Zum Bereich Rechnungslegung gehören Rücktrittsregelungen, Rückstellungen, Liquidität und Personalvorsorgeeinrichtungen.

Eventuell Verantwortlichkeitsklage

Je nachdem, welche Resultate diese Sonderprüfung ergeben, wird eine Verantwortlichkeitsklage eingereicht. Nur allein die Erkenntnis, dass die Hunter-Strategie die falsche Strategie gewesen sei, reiche nicht für eine Klage, sagte Jakob Kilchenmann vom Rechtsdienst der Eidgenössischen Finanzverwaltung. Es müsse eine Sorgfaltspflichtverletzung vorliegen.

Ob eine solche Klage eingereicht werde, werde sehr genau geprüft. Die Sonderprüfung müsse der Swissair nützen, nicht schaden, hielt Kilchenmann fest. Eine Verantwortlichkeitsklage hätte zur Folge, dass Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Revisionsstelle mit ihrem eigenen Vermögen haften müssten.

Falls die verantwortlichen Gremien Zahlungen leisten müssten, würden diese in die Kassen der Gesellschaft Swissair fliessen, sagte Kilchenmann weiter.

(kil/sda)

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