Swissair-Manager waren eine «Schönwettertruppe»
publiziert: Donnerstag, 15. Feb 2007 / 09:58 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 15. Feb 2007 / 13:29 Uhr

Bülach - Im Swissair-Prozess hat der leitende Staatsanwalt Christian Weber den ehemaligen Verwaltungsrat und das Management der Swissair als «Schönwettertruppe» bezeichnet. Diese hätten versucht, ihre Fehler durch kriminelle Handlungen zu kaschieren.

Der Staatsanwalt fand keine guten Worte für die Managermannschaft der Swissair. Bild: Stadthalle Bülach, Ort des Prozesses.
Der Staatsanwalt fand keine guten Worte für die Managermannschaft der Swissair. Bild: Stadthalle Bülach, Ort des Prozesses.
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«Das Grounding war die Folge eines miserablen und unqualifizierten Managements», sagte Weber in seinem Eröffnungsplädoyer am Vormittag. Verwaltungsrat und Geschäftsleitung hätten ihre Pflichten nicht erfüllt und in kritischen Momenten versagt.

«Nicht die Anschläge des 11. September und auch nicht die böse UBS sind schuld am Untergang der Swissair sondern das Handeln oder besser das Nicht-Handeln der Angeklagten», sagte Weber. Über Aussagen des letzten Swissair-Chefs Mario Corti, dass bis Ende September 2001 das Überleben der Gesellschaft nicht in Frage stand, könne man nur den Kopf schütteln.

Indem es der Verwaltungsrat trotz sich häufender Warnsignale unterlassen habe, für eine sorgfältige Finanzplanung zu sorgen, habe er seine Sorgfaltspflicht verletzt. Statt in der Krise zu handeln, seien die Verwaltungsräte gestaffelt zurückgetreten: Mit ihrem zögerlichen Handeln hätten sie die Grenze zum kriminellen Handeln überschritten.

Zugriff auf Bankakten

Unterdessen hat die Zürcher Staatsanwaltschaft im Swissair-Verfahren die Erlaubnis erhalten auf bisher unter Verschluss gehaltene Bankakten zuzugreifen. Das Bundesgericht hat die «offensichtlich unbegründete» Beschwerde der betroffenen Bankinstitute abgewiesen.

Allerdings finden die Akten im laufenden Swissair-Prozess in Bülach keine Verwendung mehr. Dies liess der leitende Staatsanwalt Christian Weber gegenüber dem «Landboten» (Donnerstagsausgabe) verlauten. Ob und wie die Dokumente der Anklage im zweiten Prozess zur Rechnungslegung der Swissair nützen würden, sei noch zu prüfen.

(fest/sda)

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