Swisscom-Chef übernimmt Führung bei Fastweb
publiziert: Freitag, 2. Apr 2010 / 19:10 Uhr / aktualisiert: Freitag, 2. Apr 2010 / 23:48 Uhr
Carsten Schloter wird ad interim auch Geschäftsleiter bei Fastweb. (Archivbild)
Carsten Schloter wird ad interim auch Geschäftsleiter bei Fastweb. (Archivbild)

Bern/Mailand - Swisscom-Chef Carsten Schloter übernimmt ab sofort die Führung der skandalumwitterten Tochter Fastweb in Italien selbst. So verhindert Swisscom eine Zwangsverwaltung des Unternehmens. Der Skandal belastet ihre Rechnung 2010 mit 100 Mio. Franken.

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Stefano Parisi, der bisherige Konzernchef von Fastweb, trat auf den 1. April vorübergehend von seiner Funktion zurück, wie die Swisscom am Abend mitteilte.

Fastweb-Verwaltungsratspräsident Schloter nehme die Zügel in die Hand, bis Parisis Rolle im Rahmen der laufenden Ermittlungen wegen Steuerbetrugs und Geldwäscherei geklärt sei.

Parisi hatte den Schritt selbst vorgeschlagen. Der Fastweb-Manager übernehme andere Funktionen beim Konzern und geniesse «das volle Vertrauen» des Mutterkonzerns, hiess es weiter. Neben Parisi treten drei weitere Fastweb-Manager vorübergehend zurück.

Rückstellungen von 70 Mio. Euro

Die Ermittlungen gegen die italienische Tochter kommen die Swisscom teuer zu stehen, wie sie bekannt gab. Fastweb muss für das vergangene Jahr Rückstellungen von 70 Mio. Euro vornehmen.

Nach Swisscom-Angaben stützen unabhängige Experten die Höhe der Rückstellungen. Sie seien keine Schuldanerkennung und basierten auf einer Einschätzung der finanziellen Risiken.

Die Rückstellungen lassen die Fastweb-Bilanz 2009 mit einem Verlust von 34 Mio. Euro ins Minus sausen. Zuvor hatte das Unternehmen einen Reingewinn von 36 Mio. Euro bekannt gegeben.

Die Swisscom-Konzernrechnung für 2009 wird deswegen nicht angepasst. Swisscom verbucht die Rückstellung im ersten Quartal 2010 als Aufwand. Das belastet das Betriebsergebnis (EBITDA) im laufenden Jahr mit rund 100 Mio. Franken.

Ermittlungen wegen Betrugs und Geldwäscherei

Fastweb und die Telecom Italia-Tochter Sparkle stehen im Zentrum von Ermittlungen wegen Mehrwertsteuerbetrugs und Geldwäscherei. Dabei sollen zwischen 2003 und 2006 mit fiktiven Käufen und Verkäufen von internationalen Telekom-Dienstleistungen knapp 2 Mrd. Euro in Rechnung gestellt worden sein. Damit sei der Fiskus um 365 Mio. Euro betrogen worden.

Die italienische Justiz ermittelt mittlerweile gegen 80 Personen, gegen 56 Personen wurde Haftbefehl erlassen. Darunter befindet sich auch Fastweb-Gründer Silvio Scaglia, der 2007 das Mailänder Unternehmen an die Swisscom verkauft hatte. Er trat am Montag aus dem Verwaltungsrat des Telekommunikationsunternehmens zurück.

(bert/sda)

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