Tarife werden günstiger
Swisscom: Kein Verzicht auf Roamingtarife
publiziert: Mittwoch, 14. Mai 2014 / 17:20 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 14. Mai 2014 / 19:32 Uhr
Wer in den Ferien telefoniert, muss weiterhin Tarife bezahlen.
Wer in den Ferien telefoniert, muss weiterhin Tarife bezahlen.

Zürich - Auch wenn die EU die Gebühren für die Handynutzung im Ausland abschaffen will, ist ein Ende der ungeliebten Tarife für Schweizer Kunden nicht in Sicht. Der Preiszerfall geht dennoch weiter: per 1. Juli kündigte die Swisscom am Mittwoch eine erneute Tarifsenkung an.

3 Meldungen im Zusammenhang
Auf einen kompletten Wegfall der sogenannten Roaminggebühren würde Marc Furrer, der für die Handynutzung im Ausland verantwortliche Manager des Telekomriesen, aber keine Wette abschliessen. In der EU sei die Abschaffung der Roamingtarife vor allem politisch motiviert durch den Binnenmarkt, sagte er am Rande einer Medienkonferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda. «Die Schweiz ist weder Teil der EU noch des EWR.»

In der EU hat das Europaparlament Anfang April in Brüssel in erster Lesung einem Verordnungsentwurf zur Telekommunikation zugestimmt. Nach diesem sollen die Roaminggebühren bis Ende 2015 abgeschafft werden. Das würde heissen, dass ab Januar 2016 überhaupt keine Extrakosten mehr entstehen, wenn ein Bürger auf Reisen im EU-Ausland mit dem Handy telefoniert, SMS verschickt oder unterwegs im Internet surft.

Abschaffung noch nicht ganz durch

Allerdings ganz durch ist die Abschaffung noch nicht. Denn einerseits muss sich das Parlament noch mit den EU-Staaten einigen. Diese Verhandlungen dürften noch Monate dauern. Andererseits gibt es ein Hintertürchen für die Anbieter: Bei «zweckwidriger oder missbräuchlicher Nutzung» möchte das Parlament den Firmen doch die Möglichkeit zu Gebühren einräumen.

Dies zeigt, dass die Schwierigkeiten in der EU durch eine Abschaffung der Roaminggebühren noch nicht überwunden sind. Denn die zusätzlichen Kosten für die Benutzung des Handys im Ausland müssten die Telekomfirmen weiter tragen, weil am Zustandekommen eines Anrufs bis zu ein Dutzend Drittfirmen beteiligt sind.

«Keiner der Lieferanten macht das umsonst, weil die EU die Roamingtarife abschaffen will», sagte Swisscom-Roamingverantwortlicher Furrer. In der Folge würden entweder die nationalen Tarife in den EU-Ländern respektive die Roamingtarife ausserhalb der EU wie beispielsweise der Schweiz steigen.

Oder den Telekomanbietern werde weniger Geld zur Verfügung stehen für Investitionen in die Netze. In Österreich habe es bereits eine leichte Erhöhung der Mobilfunktarife gegeben, sagte Furrer. Aber die Tarife in der Alpenrepublik seien immer noch sehr, sehr tief, sagte Comparis-Telekomexperte Ralf Beyeler.

Preiszerfall geht weiter

Zudem besteht immer noch die Problematik, dass bei einer Abschaffung der Roamingtarife in der EU die Leute einfach SIM-Karten aus dem Land mit dem billigsten Anbieter wählen würden und damit den heimischen Telekomunternehmen Einnahmen entgehen. So könnten Niederländer scharenweise nach Litauen ausweichen, wo die Handytarife viel billiger seien.

«Der Wegfall der Roamingtarife in der EU hat keine direkten Auswirkungen auf uns», sagte Swisscom-Roamingverantwortlicher Furrer. Indirekt gebe es aber Auswirkungen. «Die Roamingpreise in der Schweiz werden weiter sinken.»

Und hier läutete die Swisscom eine erneute Tarifsenkung auf den 1. Juli ein. Bereits in den vergangenen zwölf Monaten hatte der Blaue Riese mehrere Preissenkungsrunden vorgenommen, während die Konkurrenz bei den Standardpreisen (ohne Optionen und Datenpakete) bei Telefonaten deutlich teurer ist. Mit diesen Optionen und Datenpaketen war laut Comparis bisher Sunrise am billigsten, wird aber jetzt von der Swisscom wieder knapp überholt.

Local Breakout im Angebot

Auch ein weiteres Instrument der EU zur Ankurbelung des Wettbewerbs übernahm die Swisscom. Ihre Kunden können in der EU den so genannten Local Breakout nutzen.

Das heisst, sie können einen lokalen Netzbetreiber zum unterwegs Surfen verwenden, der dann Lokaltarife verlangt. Allerdings ist diese Möglichkeit tief in den Handyeinstellungen versteckt und die Anmeldung kompliziert. Das dürften nur wenige Kunden benutzen, sagte Beyeler der sda.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der starke Netzausbau, ein höherer Finanzaufwand und eine grössere Steuerlast drücken bei der Swisscom aufs ... mehr lesen
«Aufgrund des guten Geschäftsverlaufs erhöhen wir unsere EBITDA-Erwartung für 2014», erklärte Schaeppi.
Roaming-Gebühren könnten schon bald der Vergangenheit angehören. (Symbolbild)
Brüssel - In der Europäischen Union ... mehr lesen
Bern - Die Schweizer Konsumentenschützer und die Zeitschrift «Beobachter» haben für Schweizer Handynutzerinnen und -nutzer gerechtere Vertragsklauseln erwirkt. Nach ... mehr lesen
Die Bedingungen zur Kündigung eines Handyvertrags haben sich verändert. (Symbolbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 16
Publinews Das Telefonmuseum Telephonica in Islikon erzählt die Geschichte der Telekommunikation von den Anfängen bis hin zur heutigen digital vernetzten Gesellschaft. Besuchen Sie uns und erleben Sie Telefongeschichte zum Anfassen, zum Hören und zum Fühlen - spannend inszeniert für Gross und Klein. mehr lesen  
«vitrivr»  Informatiker der Universität Basel haben ein Verfahren entwickelt, das eine Suche in Bild- und Videodatenbanken mithilfe von Handskizzen ... mehr lesen  
WLAN-Patente verletzt  Das renommierte California Institute of Technology (Caltech) wirft dem Technologieriesen Apple vor, WLAN-Patente verletzt zu haben. In einer Klage, in der auch der Chip-Hersteller Broadcom beschuldigt wird, soll der Streit nun vor Gericht ausgefochten werden. mehr lesen  
Katy Perry hat 89 Millionen Follower.
Unbekannter Song veröffentlicht  Katy Perry (31) wurde Opfer eines Internet-Hackers, der ihre Twitter-Seite in Besitz nahm und einen ... mehr lesen  
.
eGadgets news.ch geht in Klausur Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in ... 17
Domain Namen registrieren
Domain Name Registration
Zur Domain Registration erhalten Sie: Weiterleitung auf bestehende Website, E-Mail Weiterleitung, Online Administration, freundlichen Support per Telefon oder E-Mail ...
Domainsuche starten:


 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 18°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 20°C 25°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 17°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 18°C 24°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 20°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft Wolkenfelder, kaum Regen
Lugano 21°C 27°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft vereinzelte Gewitter
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten