Swisscom sprengt Sendeturm
publiziert: Mittwoch, 10. Nov 2004 / 08:32 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 11. Nov 2004 / 08:45 Uhr

Höhronen - Der Schwyzer Richtfunksendeturm Höhronen der Swisscom ist nicht mehr: Der fast 45 Meter hohe Rumpf des Turms wurde am Montag gesprengt. "Mit der heutigen Technologie brauchten wir den Turm nicht mehr", so Swisscom-Sprecher Sepp Frey.

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Ursprünglich war geplant, den Richtfunksendeturm Höhronen bereits Ende Oktober zu fällen. Der Termin musste jedoch verschoben werden, da geologische Detailabklärungen Mitte September gezeigt haben, dass sich bei der Sprengung Teile der fragilen Felskuppe des Höhronenkammes lösen könnten.

"Um dieses Risiko auf ein Minimum zu reduzieren, hat Swisscom entschieden, die voluminöse Betriebszentrale vor der Sprengung konventionell abzubrechen", erklärte Swisscom-Sprecher Sepp Frey. Ende Oktober wurden die Betriebsräume im Erdgeschoss abgebrochen.

13 Kilo Sprengstoff

Der 1100 Tonnen schwere Turm wurde am Montag punkt 14.00 Uhr mit mehreren kleinen Sprengladungen gesprengt. Insgesamt kamen 13 Kilo Sprengstoff zum Einsatz. Der gefällte Turm soll nun zerkleinert, abtransportiert und einer Recyclinganlage zugeführt werden

Der 1991 in Betrieb genommene Höhronenturm gewährleistete per Richtfunk den zweiten Alpenübergang als Entlastung der Nord-Süd-Haupttransversale über das Jungfraujoch.

Seither hat sich die Technologie rasch weiter entwickelt. "Die Übertragung über Glasfasern ist wirtschaftlicher als Richtfunk und ermöglicht auch eine viel höhere Übertragungskapazität", so Sepp Frey.

Keine andere Verwendung mehr?

Der Ersatz von grossen Teilen des Richtfunkbasisnetzes durch Glasfasertechnologie hat den Höhronen-Sendeturm überflüssig gemacht. Doch gegen die Sprengung regte sich bis zum Schluss Widerstand. Unter anderem setzten sich vier Bundesparlamentarier aus dem Kanton Schwyz für einen Erhalt des Turms ein.

Als Alternativ-Pläne schlugen sie die Umnutzung in eine Aussichtsplattform vor. Swisscom-Sprecher Frey betont aber: "Gemäss Auflagen der Baubewilligung musste der Turm abgebrochen werden. Wir hatten gar keine Wahl."

(von Geri Holdener/news.ch)

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